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Nr. 74.
Berliner Tageblatt.
Sonnabend, den 10. Februar 1917.
SA INER ANELISI
enen en en ene
zu #### #r well jediglich private Beziehungen zum Hause Kupfer] Landgerichts 1.
kinderküchen des Vereins wurden kostenlos oder gegen mäßiges Ent¬
unterh##ten haben, die den Verdacht der Begünstigung aufkommen
bis zur Sekunda
gelt 279 348 Liter Knochenbrühe im Monat Januar verteilt. Immer¬
ließen #enso energisch weist er es von sich, Wertgegenstände aus
ten zunächst als L
hin ein Beweis, was sich bei richtiger Oekonomie gewinnen läßt.
der ###ferschen Wohnung in rechtswidriger Absicht an sich ge¬
zur Diskontogese
nononn zu haben. Nach seiner unwiderlegten Angabe hat er das
Tresor B. der St
verwalter unterste
n#r gesan, um die Wertsachen vor Diebstählen zu schützen. Die
Die vierzigjährige Zugehörigkeit des Kaisers zum 1. Carde¬
We#egenstände wurden auch bei der bei Brandt vorgenommenen
von Privatperson
regiment gab gestern Anlaß zu einer militärischen Feier im Re¬
scheine, Dividende
H##suchung auf einem Tische vorgefunden.
gimentshause in Potsdam. Bekanntlich hat vor 40 Jahren — 9. Fe¬
bruar 1877 — der Kaiser seinen Dienst bei der aktiven Truppe,
Als der Treso
#### Personen in Lebensgefahr. In großer Lebens¬
und zwar als Führer des vierten Zuges der ersten Kompagnie des
zu dem Tresor;
Ige##schwebten gestern abend zwei Frauen und zwei Kin¬
bereitetem Plan
1. Garderegiments als Premierleutnant begonnen. Von den da¬
d# gei einem Brande, der in dem Hause Luisenufer 13 aus¬
verkaufte er die
maligen Offizieren des Regiments ist nur noch der Oberbefehlshaber
dem Den war. Das Feuer entstand in einem Abort im Treppenhaus;
worden waren un
in den Marken, Generaloberst v. Kessel, am Leben, der seinerzeit
die ###schentwicklung war so stark, daß das ganze Treppengebäude
liner kleinen Ba##
neben dem Prinzen als Premierleutnant in dev Leibkompagnie
vergnalmt war. Durch offenstehende Türen drang der Rauch in zwei
Obligatione
stand. Als Hauptmann führte der Kaiser dann die zweite Kom¬
Wohnungen des vierten Stockes, in denen sich zwei Frauen und zwei
entwendet und i
S
frische zu deuter
hoch, als folgten seine Augen schwindenden Bildern der Ver¬
gangenheit. „Nun, wie immer,“ schloß der Direktor leutselig,
lebhafte Sehnsu
Doktor Gräsler, Badearzt.
„so oder anders, ledig oder vermählt, Sie werden uns in jedem
Deutschlands in
Falle willkommen sein. Und am 27. Oktober, wenn ich bitten
Häuschen zu,
Erzählung
Schwester bewo
darf, wie besprochen, nicht wahr? Sonst könnten Sie bei den
von
[Nachdruck verboten.]
trotz unserer Bemühungen leider noch immer recht mangel¬
stehen, was ihn
Artyur Schnitzler.
haften Schiffsverbindungen erst am 10. November eintreffen,
alle Läden fest
kommend, merk
was uns, da wir ja schon am 1. eröffnen“ — und nun hatte
er den etwas schnarrenden Leutnantston, den der Doktor gar
weitem zu bem
Das Schiff lag zur Abfahrt bereit. Dr. Gräsler, dunkel
sie ihm in vollk
nicht leiden mochte — „nicht gerade erwünscht wäre.“ Dann
gekleidet, in offenein grauen Ueberzieher mit schwarzer Arm¬
gewandt hielt.
binde stand auf dem Verdeck, ihm gegenüber barhaupt der schüttelte er dem Doktor die Hand überaus heftig — eine An¬
gewohnheit, die er aus den Vereinigten Stagten mitgebracht ständlichen Unr
Hoteldirektor, dessen braunes, glattgescheiteltes Haar sich trotz
hatte —, tauschte einen flüchtigen Gruß mit einem eben vor¬
Schwester zutret
des leisen Küstenwindes kaum bewegte. „Lieber Doktor,“
zu lehnen schien
übergehenden Schiffsoffizier, eilte die Treppe hinunter und
äußerte der Direktor, mit dem ihm eigenen Ton von Herab¬
Brust gesunken
lassung, der dem Dr. Gräsler seit jeher unangenehm gewesen war bald darauf auf der Landungsbrücke zu sehen, von wo er
um ihren Hals
war, „ich wiederhole, wir rechnen mit Sicherheit darauf, Sie noch einmal dem Doktor zunickte der immer noch, den Hut in
der Hand, melancholisch an der Brüstung des Verdeckes stand.
Er rief laut F
im nächsten Jahre wieder bei uns zu haben, trotz des höchst
Wenige Minuten darauf stieß der Dampfer vom Land ab.
seinem Taschenn
beklagenswerten Unglücksfalles, der Sie hier betroffen hat.“
Auf der Heimreise, die vom schönsten Wetter begünstigt
Leblose schwer i
Dr. Gräsler antwortete nichts, sondern schaute mit feuchten
die aus der Kü
war, gingen die Abschiedsworte des Direktors dem Dr.
Augen zum Ufer der Insel hin, von wo das große Hotelgebäude
Gräsler oftmals durch den Sinn. Und wenn er nachmittagsschehen war, be#
mit den der Hitze wegen festgeschlossenen weißen Fensterläden
auf dem Promenadendeck in seinem bequemen Streckstuhl leise Diwan hin, und
grell herüberleuchtete; dann schweifte sein Blick weiter über die
schlummerte, den schottischen Plaid über die Knie gebreitet,
belebungsversuch
verschlafenen gelblichen Häuser und verstaubten Gärten, die im
zeigte sich ihm zuweilen, einem Traumbild gleich, eine hübsche bekannt waren.
Mittagssonnendunst träge straßaufwärts schlichen, bis zu den
rundliche Frau in weißem Sommerkleid, durch Haus und Gar¬ eilt: doch als di
spärlichen alten Mauerresten, die die Hügel kränzten. „Unsere
ten schwebend, mit einem rotbäckigen Puppengesicht, das ihm
geblichkeit all se
Gäste“ sprach der Tirektor weiter, „von denen einige im näch¬
fassungslos an
sten Jahre wiederkommen dürften, haben Sie schätzen gelernt, irgendwie, nicht aus der Wirklichkeit, sondern etwa aus einem
sunken.
Bilderbuch oder einem illustrierten Familienblatt, bekannt!
lieber Doktor, und so hoffen wir zuversichtlich, daß Sie die
kleine Villa,“ er wies nach einem bescheidenen hellen Häuschen vorkam. Dieses Traumwesen aber besaß die geheimnisvolle
Im Anfang
Macht, das Gespenst seiner toten Schwester zu verscheuchen, so
in der Nachbarschaft des Hotels, „trotz der traurigen Erinne¬
diesen Selbstmo
daß ihm diese dann wie vor längerr Zeit und gewisserm ßen
rung, die sie für Sie birgt, wieder beziehen werden, um so
alternde Mädche
auf natürlichere Weise aus der Welt geschieden schien als e
mehr, als wir Ihnen für die Hochsaison Nummer dreiund¬
Mittagmahles
in Wahrheit geschehen war. Freilich gab es alich andere
vierzig begreiflicherweise nicht zur Verfügung stellen könn¬
reise unterhalten
ten.“ Und als Gräsler trübe den Kopf schüktelte und, den Stunden, wache, erinnerungsschwere, in denen er das furcht¬
sollte, war nicht
bare Begebnis mit unerträglicher Deutlichkeit wie etwas
steifen schwarzen Hut abnehmend, mit der linken Hand über
Friederike sich
Gegenwärtiges durchlebte.
sein straffes, blondes etwas angegrautes Haar strich —
— „O,
Selbstmordgedan
mein lieber Doktor, die Zeit wirkt Wunder. Und wenn Sie
Eine Woche, ehe Dr. Gräsler die Insel verließ, hatte
gerade jene ung
hatte, den allm
sich vielleicht vor dem Alleinsein in dem kleinen weißen Haus
das Unheil sich zugetragen. Wie es ihm manchmal begegnete,
unter ihrer glei
fürchten, dagegen gibt es ja ein Mittel. Bri gen Sie sich doch
war er im Garten, nach dem Mittagessen, über seiner medizie
verbergen mocht
eine kleine nette Frau aus Deutschland mit. Und da Gräslernischen Zeitung eingenickt und als er erwachte, sah er an dem
den Sinn gegan
darauf nur mit einem zagen Augenaufschlag erwiderte, fuhr flänglichen Schatten der Palme, der indes unter seinen Füßen
sehr in Anspruck
der Direktor lebhaft, fast befehlend, fort: „Ach, ich bitte Sie, zehn! über die Breite des Kiesweges hingelausen war, daß er min¬
für eine. Eine nette kleine blonde Frau, sie kann übrigens
destens zwei Stunden geschlummert haben mußte, was
kümmern pflegte
auch brünett sein, das ist vielleicht das Einzige, was Ihnen ihn verstimmte, weil er#it seinen achtundvierzig Jahren sich erst allmählich
zur Vollkommenheit fehlt.“ Dr. Gräsler zog die Brauen versucht fühlte, dies als ein Zeichen abnehmender Jugend=1 jemals gesehen.