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27. Das Tagebuch der Redevonda
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Das Tagebden der Redegenan
1921 3,900,020
1,340,55
es zu eröffnen. Deltt gehöden Er
1922 3,195,635
916 2,072,702
### s das ist die historische Aufgabe, die der deutschen 1929 die Maßnahme voustänsig
1923 2,926,468
1917 2.371,434
daß er Linken nun gestellt ist. Opposition gegen sein wird. In gleichem Maße wie die Aushebung
eitreten
1918 2,726,478
1924 2,865,979
den Rechtshlock, das muß jetzt ihre Parole wird auch die Ausbildung der Mannschaften ver¬
1919 3,260,068
mitglie= sein. Grundsätzliche Opposition gegen teilt.
vertrauten Stoffes; meisterlich darin, daß der servanz aus der Zeit absondern, in der Ihr] (Ihre Meinung ist zwar hier, wie so vieles an¬
Ruhm sich unaufhaltsam durchgesetzt hat.
dere auch bei Ihnen, verschleiert und verhüllt
Meister selber, der diese Gestalten geschaffen, sie
Nicht von den bekannten Werken sei hier die
angedeutet) die Sprach= und Tonlosigkeit einer
vor unsern Sinnen in kaum zu übertreffender
großen Mehrzahl Ihrer Zeit= und Zunftgenos¬
Rede, sondern in kurzem Hinweis von dem einen,
Lebendigkeit noch einmal gestaltete. Darum aber,
[unbekannten, das noch kein Ergründer sen, und wir sind mit Ihnen dieser selben Mei¬
weil der bekannte Schnitzler aus der edel
Ihres Schaffens genügend beachtet hat. Und nung. Wir sehen, wie Sie, daß mehr Lippen be¬
geschliffenen Novelle von „der dreifachen War¬
wegt als Worte gesprochen wurden, und wir
nung“, aus der tief nachdenklichen Szene von der
doch enthält es sozusagen die Quintessenz Ihrer
* Doktor,
vermißten vor allem den Ton in mancher Rede
„letzten Maske“ und der Geschichtswendevision,
Kunst und eine theoretische Darlegung ihrer
und Gegenrede.
Menschen
Grundzüge durch Ihre eigene Feder. Unter den
die Sie in die Spelunke zum „grünen Kakadu“
Wort und Ton: Ihnen sind sie von jeher hohe,
n lange
verlegen, zu uns sprach, wage ich es nicht, hier
vielen schönen und suggestiven Titeln Ihrer
zu wiederholen, was so viele schon getan: die ge¬
ja in der Kunst heilige und nie zu trennende
ge Leben
Werke trägt es den eigenartigsten, es heißt:
bescheide¬
Wirklichkeiten gewesen. Sie wußten, daß es keine
hörten Werke in eine gewisse innere Ordnung
„Ueber funktionelle Aphonie und ihre Heilung“,
Worte gibt, die für sich allein in der Welt be¬
und Gesetzmäßigkeit, unter sich und in Ihrem
ist 1889 schon erschienen, und Sie haben die
n, gegen
stehen; wie der Mensch das Blut seiner Vor¬
Verfasserschaft daran, soweit mir bekannt, nie
Gesamtschaffen, einzureihen. Sie lieben ja auch
Abnei¬
bestritten.
fahren in sich herumträgt, zu seinem Segen oder
nicht über alles in der Welt diese Ordnung und
Emer sei,
Fluch, so tragen die Worte das Erbe ihrer Her¬
Gesetzmäßigkeit; Sie wissen es und haben es
ter end¬
Aphonie: darunter verstehen Sie die Tonlosig¬
hundertmal gezeigt, daß das Herz des Menschen,
Pand der
kunft. Auch sie haben ihre undurchdringlichen
keit oder, eine Folge davon, die Sprachlosigkeit.
chen; die
Hintergründe, die im Dunkel verschwinden; sie
Ihr Spezialfall, verehrter Herr Doktor, nicht den
Sie zielten mit der Abhandlung selbstverständ¬
Regeln der Ordnung und den Forderungen der
en Besu¬
haben die Keime der ewigen Mißverständnisse
lich in erster Linie auf das allgemein verbrei¬
sich die Gesetzmäßigkeit gehorcht, daß in ihm ganz an¬
tete latente Leiden, das die Menschen in den
in sich als süßen Giftstoff, und sind so oft eher
Augenblicken befällt, wo sie ihrem Gefühl ver¬
dere, allerdings im tiefsten Wesen auch gesetzliche
berlegten,
dazu da, zu verhüllen als zu entschleiern. Das
um Ihre
ständlichen Ausdruck geben sollten. Als Arzt, der
Kräfte mächtig sind. Liebe und Haß, Anziehung
Geheimnisvolle im Wort, seine Kraft und seine
dem Sie
Sie ja waren und immer geblieben sind, haben
und Abstoßung, Urkräfte, die Sie bis in die zar¬
Schwäche zugleich, ist das Wesen Ihrer Kunst,
fir in der
testen Regungen hinein noch gefühlt und unter¬
Sie die Heilung dieser Sprach= und Tonlosigkeit
und Sie meistern diese Kunst, wie vielleicht kein
in unzähligen Fällen durchgeführt; Ihre drama¬
Erfahrung sucht, aufgedeckt und dargestellt haben, auch wenn
Zweiter. Sie setzten das beredte Schweigen und
psis Un¬
Sie stets den bezaubernden Schleier der Weh¬
tischen und erzählenden Werke stellen in dieser
die schweigende Beredsamkeit wieder in die
mut und der Sehnsucht hüllend über Ihrem For¬
rken, von
Hinsicht das glücklichste Journal dar, das je ein Rechte der Sprache ein, weil Sie ein feines Ohr
So war
schungsobjekt haben liegen lassen, jenen Schleier,
Diener Aeskulaps geführt hat. In zweiter für den Ton haben. Ihre Kammermusik schuf
Hörer, als der Ihre Werke so entschieden und ganz von den Linie aber und im besondern, glauben wir, die schönsten Sonaten der Untertöne, die das
ium schon polternden Aufklärungsschriften poetischer Ob= meinten Sie mit Ihrem Ausdruck Aphonie edle Instrument der deutschen Sprache spielen
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