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Wien, Sonntag
Neue Freie Presse.
18. Mai 1902.
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mehr erklärt ärmlichen Verhältnissen der Familie in Zu= Albert, daß der Tag, an dem Katharina einem Andern
sammenhang, sondern auch mit einer merkwürdigen Scene,
hnitzler.
die Hand zur Ehe reichte, der letzte seines Lebens sein
die sich während des Leichenbegängnisses zugetragen hatte.
würde, und er, dessen Dasein bis zu seinem dreißigsten
FFrüh erwachte, war das
Katharina war einem ihr bis dahin ganz unbekannten
Jahr unbeirrt hingeflossen war, begriff mit Einemmale
Frau war fort. Auf ihrem
Kameraden ihres Bruders schluchzend in die Arme ge¬
alle Gefahren und allen Wahnsinn, in die heftige Leiden¬
Zettel. Albert langte nach
fallen, als wäre er ihr Freund oder Verlobter. Ein Jahr
schaft den besonnensten Mann zu stürzen vermag. Von
Mein lieber Freund, ich
später wurde sie von einer heftigen Schwärmerei für den
seiner Nichtigkeit Katharinen gegenüber war er völlig
ldien. Ich gehe spazieren.
berühmten Orgelspieler Banetti erfaßt. Er verließ Wien,
durchdrungen. Er hatte sein anständiges Auskommen und
her, vielleicht erst in Wien.
ohne daß sie ihn jemals gesprochen hatte. Eines Morgens
konnte als Junggeselle ein recht behagliches Leben führen,
um Speisen ins Hotel.
i erzählie sie ihrer Mutter den Traum, daß Banetti zu'ihnen
aber Reichthum hatte er von keiner Seite zu erwarten.
ins „Zimmer getreten, auf dem Clavier eine Fuge von Bach
Eine sichere, aber gewiß nicht bedeutende Laufbahn stand
die weiße Bettdecke sinken
gespielt, dann rücklings zu Boden gestürzt und todt dage¬
ihm bevor. Er kleidete sich mit großer Sorgfalt ohne
ie nun heute wiederkam
legen war, während sich die Decke öffnete und das Cla¬
jemals wirklich elegant auszusehen; er redete nicht ohne
es zu Ende. Er wunderte
vier in den Himmel schwebte. Am selben Tage traf die
Gewandtheit, hatte aber niemals irgend etwas Besonderes
der Ton des Briefes. Es
Nachricht ein, daß sich Banetti in einem kleinen lombar¬
zu sagen und war stets gerne gesehen, ohne jemals aufzu¬
hmen, als er erwartet.
dischen Dorf von der Kirchthurmspitze in den Friedhof
fallen. Und so fühlte er, daß ein Wesen, geheimnißvoll
änze Glück gewährt — so
hinabgestürzt hatte und todt zu Füßen eines Kreuzes liegen
und gleichsam aus einer andern Welt wie Katharina, sich
sreise. Und nun mußte
geblieben war. Bald darauf begannen sich bei Katharinen
erst zu ihm herablassen müßte, wenn er sie gewinnen
was ja doch längst be¬
die Anzeichen einer Gemüthskrankheit zu zeigen, die sich wollte, und daß sie jedenfalls von ihm verlangen durfte,
Er war bereit.
allmälig bis zu tiefster Versunkenheit steigerte; nur der ein unverdientes Glück theuer zu bezahlen. Da er sich
den Schlafrock um, that
dringende Widerstand der Mutter und deren fester Glaube aber zu jedem Opfer bereit wußte, schien er sich auch all¬
n und öffnete es. Die
an die Genesung Katharinens hielt die Aerzte davon ab,mälig ihrer würdig zu werden. Eines Morgens erfuhr er,
das Mädchen in eine Anstalt zu bringen. Ein ganzes Jahr
stillem Morgenschein zu
daß der Graf nach Galizien abgereist war, ohne sich er¬
brachte Katharina tagsüber einsam und schweigend hin;
ragten unruhige Felsen
klärt zu haben, und mit einer Entschlossenheit, die sonst
aber Nachts erhob sie sich zuweilen aus dem Bette und
te die Arme über der
seine Art nicht war, hielt er den rechten Augenblick für
sang einfache Lieder wie in früherer Zeit. Allmälig, zum
ar sehr weh ums Herz.
gekommen und begab sich zu Katharina.
größten Staunen der Aerzte, erwachte Katharina aus ihrem
nd selbst ein vorgefaßter
Wie weit schien ihm nun jene Stunde zu liegen!
Trübsinn. Sie schien dem Leben, selbst der Freude wieder¬
och nicht leichter, sondern
Er sah das Zimmer im Schottenhof vor sich, groß
gegeben. Bald nahm sie Einladungen, zuerst in engere
en ließen. Aber was
und gewölbt, aber niedria, mit seinen alten, gut gehaltenen
Cirkel an der Bekanntenkreis breitete sich wieder aus,
ar es nicht das beste,
Möbeln, sah den vereinsamten dunkelrochen Fauteuil am
und als Albert sie auf dem Weißen Kreuz=Balle kennen
hr nicht schon die Neu¬
Fenster stehen, das öffene Piano mit
lernte, war sie ihm von einer solchen Ruhe des Gemüthes
(an seinen Vorsätzen?
Noten de
erschienen, daß er den Erzählungen seines Freundes auf
ntschieden war es doch dem Heimweg nur zweif
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führte ihren kleinen schwarzen Si denfächer manche
die Andern: nzugängliche Ferne zu blicken.
Mutter, um den Sohn
is Ohr. Während des ganzen Gesprächs in dem kühlen
Herren behundelte sie mit einiger Unacht
ihr ganzes Vermögen
sonntagsstillen Zimmer hatte Albert die „Empfindung. aßs
unterhieli sie sich mit reiferen Männern von Rang oder
und bald darauf erschoß
wäre er in eine Gegend gekommen, über die durch lauch
Ruf. Und, wieder ein Jahr, nachdem Albert sie kennen
der Baron Maaßburg,
Zeit heftige Stürme gejagt hätten und die nun eine
gelernt hatte, verlobte sie das Gerücht mit dem Grafen
galt, seine Besuche in
Sehnsucht nach Ruhe athmete. Und als er später #e
Rummingshaus, der eben von einer Forschungsreise in
graue Treppe hinunterschritt, ward ihm nicht die be¬
nicht nur mit den nun= Tibet und Turkestan heimgekehrt war. Damals wußte seligende Empfindung eines erfüllten Wunsches, sondern
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Wissenschaft.
in welche die Herrengruppe des Marquis verwickelt war
Tollheiten, deren schlimmste vielleicht das Ledigbleibeni
und aus denen Worte mit gelehrten Endungen mit Trach
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