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Staatstheater Héeines Raus
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Reichsdeuische Uraufführung: Der Gang zum Weiher, Dramatische
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Dichtung von Artbur Schnitzler
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Arthur Schnitzler, dessen Einakter=Serie „Anatol“ 18 Jahrhundert verlegt, ohne daß es dem Dichter ge
— vor Jahren zu den am meisten gespielten Bühnen=lungen wäre, das Zeitkolorit aufzutragen. Das## mag
Knochengerüst dieser „dramatischen Dichtung“ ist über¬
werken gehörte, wurzelt durchaus in jener überfeinerten
haupt äußerst schwach und vermag den gedanklichen
und leicht blasierten bürgerlichen Kultur der Wiener
Umhang kaum zu tragen. Auf diesen letzteren kommt es
Vorkriegszeit, die uns heute unendlich weit gerückt ist
einzig und allein an. Tiefe und schöne Worte hat
Man hat wohl von einem Rokoko des zwanzigsten Jahr¬
Schnitzler für die ewigen Mächte, die die Menschheit maa
hunderts gesprochen, und in der Tat wird Schnitzlers
bewegen, besonders für die Liebe und den Tod ge¬
Kunst fast ausschließlich von dem Problem der Ge¬
funden. Die sprachliche Form ist äußerst gepflegt, und mag
schlechtsliebe beherrscht. Und die Lösung dieses Pro¬
in wohlklingende Jamben gefaßt. Trotz des unbezwei¬
blems geschieht in einer eleganten, fast tändelnden
selbaren literarischen Wertes fragt es sich, ob die Wahl
Weise, bei der aber vornehmlich ein wehmütiger Unter¬
ulag
des Stückes eine glückliche war, da ihm selbst die leiseste
ton mitschwingt. Es ist, als fühle die von Schnitzler
Theaterwirkung versagt bleibt und seine Schönheit sich
geschilderte Gesellschaft den naben Untergang. Eine
wohl nur beim Lesen erschließt. Man hätte lieber end¬ man
müde Resignation ist über den Dialog gebreitet. Kein
lich einmal eines der vielen jungen dramatischen
echter Schmerz und keine jubelnde Freude. Nur sanfte
Talente, die brennende Zeitfragen behandeln, zu Wort
Trauer oder ein welkes Lächeln. Das gilt auch von
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kommen lassen sollen.
dem „Gang zum Weiher“ der gestern seine Urauf¬
Unter den Darstellern ragte Robert Kleinert um
führung erlebte. Doch wird hier der Versuch gemacht,
Haupteslänge hervor. Sein Freiherr von Magenau.
* maa
den Reflex eines drohenden Verhängnisses auf Men¬
der zu schieben glaubt und selbst geschoben wird, war
schen zu zeigen, die bisher nur mit sich selbst und mit
eine prächtige Schachfigur auf dem gedanklichen Spiel¬
ihren Liebesnöten beschäftigt waren. Angesichts des
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brett des Dichters. Herberi Dirmoser spielte mit
hereinbrechenden Krieges erscheinen ihnen diese Dinge
gewohnter Heftigkeit die Tragödie des alternden Man¬
belanglos, und die hohe Politik des Kanzlers, der den
nes, der an der Liebe zu einem jungen Weibe zerbricht, maa
Frieden erhalten wollte, versagt vollständig. Der Tat¬
Mauns Liertz, den unbekümmert frischen Sohn des
mensch, der Offizier Konrad von Ursenbeck, erobert mit
Marschalls. Leonore Fein und Alice Treff wußten. uga
Leichtigkeit die junge Leonilda, während der Träumer
den schemenhaften Frauengestalten den Schein des
Sylvester Thorn, der das gleiche Mädchen liebt, ins
Lebens zu verleihen. Die Spielleitung Wolf von Gor¬
Wasser geht.
Die Handlung, wenn von einer solchen überhaupt dons vermochte nicht immer, das schleppende Tempo man
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die Rede sein kann, ist ziemlich unnötigerweise in das des Stückes zu überwinden.
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die pessimistische Lösung des Problems von Alter maa
und Jugend befriedigt nicht. Der persönlichen
Staatstheater — Kleines Haus
Schwermut des Alterns und der Erinnerung paart
Reichsdeutsche Uraufführung: „Der Gang zum Weiher",
sich die Ahnung vom Untergang eines großen
*Schauspiel in 5 Akten von Arthur Schnitzler
Reiches — es wird nicht genannt. Auf des Messers
Schneide, zwischen Frieden und Krieg, steht alles.
Der Wiener Arzt und Dichter Arthur Schnitzler,
Es klingen vertraute Töne auf, aber sie sind in
der Vertreter der Dekadenz der Donaustadt,
eine andere Welt übertragen. Der Dichter schaut
wurde einer größeren Oeffentlichkeit bekannt durch
seine Umgebung mit verstehenden Augen. Wies mag
sein spikantes Schauspiel „Liebelei“, ferner durch
Fichte muten die Worte an, die Frhr. v. Manenau,
die Dramen „Anatol“, „Freiwild“, „Schleier der
Sylvesters Jugendfreund, spricht: „Der Mensch trägt
Beatrice“, sodann durch die neuere Komödie „Pro¬
— Moa
selbst die Verantwortung in seinen Händen für
fessor Bernhardi“, die durch die tendenziöse Gegen¬
alles Geschehen; er mag hineingreifen zum Guten
überstellung von Arzt und Priester am Sterbebett
3.— mog
oder zum Bösen.“
einiges Aufsehen erregte. Schnitzler, der an seiner
Es mag dahingestellt bleiben, ob dieses Werk
Endstation angelangt, ist besonders groß in einer
technisch virtnosen, aber im Grunde ungesunden
Schnitzlers, das ein ausgesprochenes Buchdrama, ga
Darstellung der Erotik. Das Stück „Der Gang zum
eine tiefe und schwermütige Dichtung ist, bald sechs
Weiher“ schwebt in der Sphäre des Dichterischen
Jahre nach seinem Entstehen in Wiesbaden zum
— zwischen Vergangenheit und Zukunft. Mag auch die
Leben erweckt werden mußte. Bühnenwirkung hatt mag
Mitte des 18. Jahrhunderts genannt sein, so ist
es nicht viel. Wenn es das Burgtheater in Wien
—seine Zeit doch unbestimmt. Ein Schloß im mond¬
ersüllte es eine Ehrenpflicht.# maa
so
herausbrachte,
scheinübergossenen Park, nahe Wäldern und Wiesen
Schnitzler gegenüber. Es in die Maifestspiele Wies¬
mit einem grünen Weiher, von Nixen bewohnt.
badens aufzunehmen ist zu viel der Ehre. Wolf
— Dort begibt sich in zwei Tagen und zwei Nächten
von Gordon als Spielleiter mag wohl der maa
die traumhaft=romantische Handlung, in die aun
glänzende Stil des Autors gereizt haben. Schnitz¬
—kriegerische Töne klirren. Die Menschen tragen
lers Worte sind ja auch derart überfeinert, seine
Märchennamen und sprechen in Versen nach dem
Sprache in geschliffenste Sentenzen formuliert, daß
Muster von Grillparzer und Hofmannsthal. Sie
man sie besser liest als spricht. Sehr gut trafen den
sind teilweise von einer melodiösen Tiefe, wie sie
Ton Alice Treff als Leonilda und Robert
Schnitzler sonst nicht angeschlagen hat.
Kleinert als Kanzler. Sehr geschickt faßten sie
Nach zehn Jahren kehrt Sylvester Thorn, ein
die Stimmungen an, die oft schon durch einen
Träumer und Dichter, der unstet in der Ferne zu¬
falschen Tonfall ins Banale abgleiten können.]
### Tbrachte, in die Heimat zurück. In der Fremde er¬
Lenore Fein als Anselma fand auch größtenteils
fuhr er in einer sich bildenden Kriegsstimmung,
das Rechte. Herbert Dirmoser als Sylvesters1t6)
daß sich Erde in „Fremde“ wandeln kann: Er wurde
Thorn erfreute durch die Sorgsamkeit, die allen#####
nammy in Gebiete gezwungen, die er für sich als erledigt
seinen Leistungen anhaftet, und die auch hier
betrachtete. Sylvester trifft den Jugendfreund
prägnant zum Ausdruck kam. Maurus Liertz alsis
wieder wie dessen Tochter, der er in der Kindheit
Konrad lieh seiner Rolle das Temperament, das
Märchen erzählte. Bis zur Stunde erinnert sich
einen jungen. kriegsbegeisterten Offizier ziert. Die —
o1 diese des Glücks seiner Märchenbilder und freut
Bühnenbilder wirkten bei sparsamer Aufmachung
sich, daß er wiedergekommen ist. Der alternde
doch recht gut; stimmungsvoll war der Park. Das
#um Jugendfreund findet Gefallen an der Tochter und
nicht stark besetzte Haus ehrte die Schauspieler ver¬ g
fühlt sich gegenüber der Mahnung des Vaters, an
tr.
seinen grauen Scheitel zu denken, alterslos. Aberdient.
die Jugend wird von der Jugend angelockt, und so
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erblickt Sylvester die von ihm geliebte Leonilda bei
einem Jüngling, der unerwartet in beider Bereich
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