Faksimile

Text

box 34/1
30. Der Gang zun Weiher
AERn.
Toberin..
.— unmöglich, mit ab¬
einel
Mann, der meine Handlungen einzustehen, und wenn ich etwas für soluter uno unumstößlicher Gewißheit eine Todesursache fest¬
betraf
ablen##sgeschwür litt sittlich berechtigt halte. so tue ich es, auch wenn ich dadurch in zustellen, und wenn die Aerzte, die mit den Geheimnissen der
errn, anvertraut — das
leidenschaftlich erregten oder verwirrten Gemütes anheim sprache, den Frieden — so scheint es wenigstens — wieder
befestigt. Aber das Völkergewitter muß sich entladen, wie
ernis. Sein Leben scheint
geben.
dies Tolstoi in der Einbegleitung zu „Krieg und Frieden“.
itz erworben und will sich
Sylvester kann nicht anders als beistimmen; besorgt
elementarisch geschildert hat. Die Heere schlagen los, während
Sängerin, dauernd ver¬
sieht ihn der Vater ziehen. Aber da tritt die Jugend helfend
noch die Diplomaten beraten, und in einer auch dramatisch
dvon ihm.
in den dämmrigen Saal. Konrad von Ursenbeck, des Frei¬
prachtvoll geführten Szene wird gezeigt, wie in dem pazifi¬
herrn Neffe, Sohn des eben in dem drohenden Grenzkrieg
dem noch immer — wäre
stischen Freiherrn selbst die Begeisterung trotz seines ver¬
kommandierenden Marschalls, ist in politisch=militärischer
der Jugend gären, der
— wer hat dies nicht selbst
standesmäßigen Widerstandes
Sendung in allerhöchstem Auftrag zum Oheim entboten
Peonilda, die Anselma so
durchlebt — auflodert, und wie er zu den Fahnen stürmt.
worden. Das Heer, die junge Führerschaft des Heeres vor
sie ein Kind gewesen,
Kehrt er und kehrt Konrad heim
mit diesem Ausblick
allem, will den Krieg — der Kaiser ist noch unentschlossen
eich — tödlicher Beginn
schließt das Drama
und bebarf eines Rates. Er bedarf eines Kanzlers,
so wird er ihn wohl als Sohn und
rken. Leonilda schwärmt:
Eidam an sein Herz schließen.
ihn und das gefährdete Reich zu retten. Der Freiherr von
ücherschrank
Mayenau, der verabschiedete Kanzler von ehedem, ist der
Dies ist Arthur Schnitzlers reiches, spätsommerlich
hbald, daß, der
einzige, dem er trotz der Trennung Zutrauen bewahrte. Im
überblühtes Gedicht vom Alter und von der Jugend, die nach
als du.
Rat siegt doch das Alter, wenn auch die Jugend dawider tobt:
innersten Gesetzen voneinander fortstreben und sich zuletzt
auben, daß,
doch zusammenschließen. Nicht in den äußeren Geschehnissen
ndLiebe
Vergiftet ist die Welt von Greisenatem!
nur ist der Reiz und der Wert dieses Gedichtes gelegen.
hne Wahl
Man sollte sie erschlagen allesamt,
erlor,
Wie um den Weiher die Stimmen der Sommernacht, raunt
Daß listig anerzogne Ehrfurcht nicht,
rchenland,
Sich durch das Mark der Jugend wühlend, bald
es aus diesem klingenden Versgehege ahnungsvoll von
änzte,
Sie selbst so schwach und feig wie Greise macht.
verschwiegenen Dingen. Von Staats= und Kriegskunst, von
and geführt.
Herrschern und Beherrschten und von vielen anderen, weit
Der Freiherr ist aber auch ein Politiker des Herzens.
Seelen ist da, und das
schwierigeren und wichtigeren Dingen. Von Freundschaft
Er ahnt, daß dieser Junker Konrad trotz oder gerade wegen
und Treue, von Heimat, von Liebe und Betrug, und der tiefen¬
keiherrn: „Von Zukunft
seiner hemmungslosen Jahre bestimmt sein könnte, die
riecht die Welt“ beschließt
Einsamkeit unserer Tage, von der nur ein Dichter weiß. ...
Tochter von ihrem Irrtum abzulenken. Und so lockt er in
reitenden Akt.
einer ebenso kühnen wie wahren Szene den vom Ritt
nd nach diesen Begebnissen
erhitzten Jüngling in der beglänzten Mondnacht in den
Franz Werfels Perlönlichkeit und
Weiher mit der kühlenden Flut. Ein scheinbar kupplerischer
ich gelesen, und die Geister
Vater, der in Wirklichkeit nur das Glück seines Kindes
chüttung auf.
Entwicklung.
und dem Natürlichen zu seinem Rechte helfen will. Was
nt Leonilda, sie wäre von
Von Richard Specht.
sich ereignen mußte, ereignet sich in der Tat: Jugend
„sein Ewiges“ erkannt,
umarmt die Jugend, und da Sylvester, dem Weib unb Kind
Wir bringen die folgende Studie
ie gefährlich für sie selbst
aus dem demnächst im Paul=Zsolnay¬
während der Gehurt gestorben, in aufflackender Lebens¬
es Dasein mit ihm teilen.
Verlag, Wien, erscheinenden. Buche
begierde zurückkehrt, die Braut zu holen, blitzt es ihm
itt vor seinen Freund als
Richard Spechts „Franz Werfel:
höhnisch aus den Augen des Jünglings und kühl aus denen
öchteriein, das, ihr Blut
Versuch einer Zeitspiegelung“ mit
des Mädchens an. Und er spürt, was Hofreiter, da ihm
en Weiher tauchte. Der
Genehmigung des Verlages zum Vor¬
der Fähnrich mit der Pistole gegenüberstand, spürt: Daß
Wahnwitzige eines solchen
abbruck.
Jugend mitleidlos ist, daß aller Ruhm, alle Macht und
ie. rasch Vorübergleitende
Klugheit der Welt wenger gilt, als ein junges Lachen.
Einer, der fast noch ein Knabe ist, beginnt plötzlich
der weiß, wie geschwino
Ihm, dem Enttäuschten, vom Leben Verabschiedeten, Ruhe¬
Gedichte zu schreiben. Aber nicht so wie die meisten
aus Männern Greise, der
losen, bleibt wirklich nichts übrig, als zu ewiger Ruhe
anderen, die mancherlei gelesen haben und in denen vieles
men, schon verwehen —
selbst in den Weiher zu sinken.
nachklingt, was sich mit den eigenen, schüchternen inneren
Perbung seines Freundes
Stimmen vermischt und in eine erlernte, erlauschte Vereform
Politisches ist, ein farbiger Rahmen, um diese Er¬
er Gattin — als solche
gebracht wird, die dann immer vernehmlicher, in bewußtem
Eimkehren und die Geburt benntn sse und Ereignisse geschlungen. Der Kanzler hat durch
it die Entwirrung seines! Diplomatenkünste, vielmehr durch eine menschliche Aus¬ Willen oder im Zwang der Entwicklung immer persönlicher