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24. Das 11 Land
Ausschnitt aus:
110
1. AUle Nr 1910
ak Wien
om:
Cheater und Kunst.
Ein neuer Schnitzler im Burgtheater.
Wie wir erfahren, hat Baron Berger Schnitzlers neuestes
Bühnenwerk, das Schauspiel „Dasweite Land“ zur Aufführung
am Hofburgtheater angenommen. Das Stück, das in Baden bei Wien
und Tirol spielt, soll im Laufe dieser Spielzeit in Szene geben. Die
Uraufführung dürfte in Wien und im Berliner Lessing=Theater zu
gleicher Zeit stattfinden. Die männliche Hauptrolle ist für Kainz
bestimmt.
Bekanntlich bringt das Burgtheater auch Schnitzlers „Der
junge Medardus“ zur Aufführung. Das Werk geht als zweite
Novität im Oktober in Szene. Die Titelrolle spielt Herr Gerasch
in den übrigen 78 Rollen des Stückes ist das ganze Burgtheaterpersonal
beschäftigt.
4
Ausschnitt aus:
ve Zeit, Wie
vom: 1.3 BEN 111 S
Schuitle#—Das weite Land“. Das neue
„Bühnenwerk von Artbur Schnitzler „Das
sweite Land“ das Mitte Oktober im Burg¬
#theater und im Lessing=Theater in Berlin zur
Uraufführung gelangt, wird an dem gleichen
Tage von dem Schauspielhause in Frankfurt
a. M., im Deutschen Schauspielhaus in Ham¬
burg, der Schauburg in Hannover, dem Stadt¬
theater in Leipzig, dem Stadttheater in Mainz,
dem Hoftheater in München und dem königl.
Deutschen Landestheater in Praa zur Auf¬
We
führung gebracht. Das Stück erscheint als Buch
bei S. Fischer, Berlin.
#. Geit., M#c.L., alo chanfpieler 9175. 1
Ausschnitt aus:
20. 91159 Wecper
Wien
vom:
Das neue Bühnenwerk von Artur —
Schnitzler, „Das weite Land“, das Mitte
Oktober im Burgtheater und im Lessingtheater
in Berlin zur Uraufführung gelangt, wird auf
dem gleichen Tage von dem Schauspielhaus ini
Frankfurt am Main, Deutschen Schauspielhaus!
in Hamburg, Stadttheater in Leipzig, Stadt¬
theater in Mainz, Hoftheater in München und
Deutschen Landestheater in Prag zur Auf
führung gebracht.
Frei
Toronto
„IEtuocte-Wolt, Wien
Ausschnitt aus:
N 13 70
vum:
Dan n (durnebenter wird ich in der
kommenden Saison eingebend mit Schnitzler
betassen. Es wird sein Schaulpiel -Das weite
Lande zur Aufführung bringen. Das Stück spielt
in Baden bei Wien und in Tirol. Die Uraufführung
dürfte in Wien und im Berliner Lessingtheater zu
gleicher Zeit stattfinden. Die männliche Hauptrolle
ist für Kainz bestimmt, Auch Schnitzlers Der
junge Medardus- gelangt im Burgtbeater zur
Aufführung. Das Werk gebt als zweite Novität im
Oktober in Szene. Die Titelrolle spielt Herr Gerasch,
in den übrigen 78 Rollen des Stückes ist-das ganze
Burgtheaterpersonal beschäftigt.
Aussehmt aus:
Wieneh Mittage-Zeitung
vom:
BRTT
(BUrstheater.) „Das weite Land',
Nragikomödie von Arthur SchnitzLor. Baden bei Wien
der Schauplatz dieses mondainen Dramas, in dem die
Ttagik durch leichtlebige Philosophismen versüßt, die
Komödie durch nachdenkliche Schatten beschwert ist. Wieneri¬
sches Lehen aus einem sorglos am Abgrund tändelnden
Milieu. Die Liebe sättigt diese Menschen und verzehrt sie;
in ihrem Feuer leuchten gierige Lebenskräfte, lodern die
Brandopfer, verwehen zartere Seelen zu Asche. Ein Trauer¬
lustspiel der Liebe, der schmerzhaft frohen Lebenslüste;
zwischen zwei Gräber gebettet. In der dramatischen Ver¬
kettung dieser Daseinskontraste liegt der besondere poetische
Reiz, darin zeigt sich auch am schönsten Schnitzlers technische
Meisterschaft. Friedhofsgebanken, vom Grabe des Pianisten,
der an unglücklicher Liebe verdarb, leiten den Sturm in
der Seele des Fabrikanten Hofreiter ein, in sein letztes Ver¬
brausen klingt das Grabgeläute um den Fähnrich, den
glückliche Liebe tötete. Zwischen diesen beiden Enden schwebt
das Leben, genießerische Freude und wunde Relignation,
Höhenrausch und Tiefenjammer; weites Land zwischen zwei
engen Grüften. Und wie sinnig ist auch der Gegensatz der
beiden Toten: der Liebe des WLeibchens folgt ein stilles,
mystisches Verhauchen, das brutale Männchen fordert den
grausamen Knall der Pistole. Das Burgtheater hat das
Werk des heimischen Dichters in einen glänzenden Rahmen
gestellt, bis in die kleinste Episodenfigur waren alle ersten
Kräfté bereit, und wenn auch in das tragikomische Spiel
melancholische Erinnerungen an tote Gestalten sich mischten,
Kainz, dem die Haupfrolle auf den Leib geschrieben war,
Hartmann, der noch während der Proben jählings von
seinem Platze schied: das lebende Burgtheater siegte. Herr
Korff darf die Figur Hofreiters seine beste schauspielerische
Leistung nennen, dieser modische Galantuomo hatte die
Tragik des aufwärts gepeitschten Beutemenschen und die
bohrende Qual des innerlich Wunden. Dem dolorosen
Bilde der Genia gab Fräulein Marberg die unendlich
feinen Züge einer stummen Frauenseele, einer wehen
Schlichtheit, beredsamer als der lauteste Schmerz. Fräulein
Hofteufel (Erna) ganz begehrliche Circe, Herr
Teprient (Dr. Aigner) soignierter Weltweiser und
rechnerischer Hoteldirektor, Herr Paulsen (Dr. Mauer)
rührend brave Frcundschaft, Herr Gerasch (Fähnrich)
heiße, verflackernde Jugend, Frau Bleibtreu (Anna
Meinhold) schöne, warme Mütterlichkeit. Dazu noch die
Damen Reinhold und Wilke, die Herren Heine,
Muratori, Höbling, Treßler, Zesko,
Thimig, Moser, Balajthy, bis in die Ecke der
Portierloge in dem schnurrigen dritten Akt im Tiroler
Hotel war die gesamte Garde des Burgtheaters ausgerückt;
sie gewann, mit Schnitzlers „Weitem Land“, der Direktions¬
ära Berger den ersten crobernden Sieg.