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Aufzehrung sein.
Besten seiner Unterstützungscassen sowie der Pensionsanstalt
Lasschule eine
unvergeßlich, w
deutscher Journalisten und Schriftsteller statt, die sehr gut besucht
ständlich und
1889 dürfte e
war. Nach der Ankündigung mußte man befürchten, daß die
ähörern eine
Saale der Ste
Aufführung sich in den Gleisen bewegen würde, in denen die
da ist ernster
positionen vortr
selig entschlafene Literarische Gesellschaft mit ihren ungeheuerlichen
#nd ein milieu
mühte er sich, die
Darbietungen fuhr, und ganz wurde die Befürchtung auch nicht
Zwang eines
in Ton und
uflict dar, in Lügen gestraft. Denn mit einer literarischen und dramatischen
strengung war
oder vielmehr Seltsamkeit fing die Matinée an, mit Hugo v. Hofmannsthals
gleitend, mit
einactigem Schauspiel „Die Frau im Fenster“, mit dem
ing auch mit
wir uns nicht befreunden konnten und Mancher im Publicum Alles Blut dra¬
s ein Privat¬
und obwohle
Gott sei Dank wohl auch nicht. Es ist ein in schwülstiger Sprache
öhlert verlobt,
nur noch heiser
abgefaßter Monolog einer Dame, der nur durch eine kurze Scene
dieser Familie
er fort und so
mit der Amme und mit dem Gatten am Schluß unterbrochen
Braut und vor
Alles und All
wird und mit dem Tode der Dame durch Stranguliren endet.
haben. Denn
gefühl überkar
Denn es ist das Ehebruchsmotiv, das angeschlagen wird. Wie
Sprichwort sagt,
jener Schildern
man so etwas „hochpoetisch“ nennen kann, ist uns unerfindlich.
jetzt wird der
großen Messe
Ein gesunder Sinn sträubt sich doch gegen das Geschraubte in
chliche Trauung
Situation und Ausdruck, man schüttelt den Kopf ob dem Derartige phy
die Gegensätze
Exaltationen,
Dunklen und Bizarren und ist schließlich froh, wenn das
ders lebhaften
gewaltet habe
Fallen des Vorhangs uns von der abstrufen Scene erlöst.
heirathet; doch
Doch es ist unmöglich, gegen die Mode, die in solchen mus herbeige
ungen Ehepaar
Stücken liegt, anzukämpfen, denn sie will eben ihre Opfer haben das so mit
Lebensverhält¬
und es ist vergeblich, die Anhänger einer solchen Richtung wider= ein kleines He¬
reten und hat
legen und überzeugen zu wollen, weil es heutzutage in der Luft mit seiner en
sei den anders
zu liegen scheint, geschmacklos für geschmackvoll, unschön für schön gerieth. Dies
nacht sich bald
n werden ihm und ungesund für gesund zu halten. Der reine moderne Barock! Andere Brah¬
Wie eine Erlösung berührte darauf die Aufführung der zweiten wieder Ander¬
n Töchterschule
Gabe der Matinee, des einactigen Arthur Schnitzlerschen Lust= der Zukunft,
Nun kommt
spiels „Literatur“, das mit seiner die Lachlust entfesselnden einer allgem
rift eingesendet
kommen. M
Komik wahrhaft befreiend anmuthete und dessen Aufnahme in
Diese Schläge
zweiter Schul
den Spielplan unseres Stadttheaters wir befürworten. Geht es
die Krankheit
Beethoven;
lissen eigentlich auch nicht ohne gelegentliche moderne Keckheiten und kleine
empfunden, 1
Frechheiten im Dialog ab, so liegt doch in der Ver¬
immer größerer
var noch nicht spottung des literarischen Zigeunerlebens, wie es uns hier in er¬
gestaltet Hug
nommen, m
die Frau einen götzlicher Weise vorgeführt wird, etwas Gesundes und man hat
wollen. Da
Einwilligung den Muth gefunden, einmal über sich selbst und seine Thorheiten
Inzwischen zu lachen. „Literatur“ war zweifellos die beste Gabe der sichtigung de
rsöhnung mit Matinée und die Heiterkeit und der Beifall voll berechtigt. nur sprachm
menleben der Dann sank das Niveau wieder etwas mit der Vor= worden und
die kirchliche führung von Otto Erich Hartlebens einactigem bekannten was trägt
Forderung“, das mit der reise", „Aue
entschließt, als Lustspiel „Die sittliche
unbehaglich auf uns einwirkt. uns Frieder
ser erkrankt ist. Unreife seiner Anschauungen
n comfortables Emancipirte Zügellosigkeit und gesellschaftliche Bornirtheit Textwahl or
werden hier gegenübergestellt und bei dem Lachen, das entsteht, oder minde:
wenn Behring
kommt die wahre Sittlichkeit, die mit der „sittlichen Forderung“, Vortragskun
ne Rühe ließen.
dazu vor aller des Rudolstädter Spießbürgers durchaus nichts zu thun hat, zu einzuprägen
en lassen und kurz. Das Stück, das sonst von Meßthaler=, Heine= und anderen brachte das
Ensemblen, in die es auch hineingehört, gespielt zu werden Meisterschöp
e, seine Ueber¬
pflegt, war — des Publicums oder der Darstellenden wegen? — der Singsti¬
ch zu Grunde;
für gestern bearbeitet worden, insofern, als man ihm einige motivische
Vorsitzenden er¬
Pointen genommen und es sozusagen anständiger gemacht hatte.
fesseln mus
lüchtiger solcher
Elisabeth=L
Aber gerade dadurch schädigte man das Werk, das, soll es auf¬
ine Verzweif¬
ich und be¬
geführt werden, so aufgeführt werden muß, wie es geschrieben
Leben kann
sie zusammen ist, mit all seiner sittlichen Fadenscheinigkeit und seiner Frechheit mehr an 6#
ne Geliebte in im Vortrag. So kam es auch, daß das Spiel von Frau Albertine mahnenden¬
Zehme, dem Frl. Satran der Försterschen Direction, in diesem du zu den à
immerhin be¬
zuent gezeichnet Stück in einen gewissen Gegensatz zu der Rolle selbst trat. Das „Auf dem gi
die fast auf
je seines Lebens war keine Singspielhallennachtigall, die uns hier vorgeführt wurde,
reichen Liede
ensch und das die mit der Noth und der Gemeinheit der tabakgeschwängerten
Publicum kann Luft großstädtischen Kaffeehauslebens in Berührung gekommen ist, und „Der Ge¬
solchen Fragen die war zu fein für die Partie und man glaubte nicht recht, weder Balladen „Di
formsachen, die an die Ueherzeugung der vorgetragenen Ansichten, noch an die nicht botschaft“.
:Nöthigungen, fleckenlose Vergangenheit und den endlichen Sieg der Zügellosig= Eigenartig=Sa
die Namen a
ter Seele. Den keit. Wir sind damit schon auf das Spiel gekommen und
können gleich anfügen daß besagte Dame uns in der nicht
auf thatsächli
die dieser Beh¬
Kirchenbesucher, kleinen, ja umfangreichen Rolle der Madonna Dianora in dem sondern nur
sich ein graues Hofmannsthalschen Schauerstück besser gefiel, da hier ihre Vor= kannte Artun
ihrer innersten züge, vor Allem die klare Declamation der Versprosa oder Lesern einen
folgte gestern Prosaverse, die sich fast zu getragen und in Kleinigkeiten haltigkeit seine
und wurde beinahe zu pathetisch ausnahm, voll zur Geltung kamen. Da den der indiv¬
es sich um eine Wohlthätigkeitsaufführung handelt, die zum Theil Liedern zu err
es Schneider¬
von Dilettanten und Kräften, die der berufsmäßigen Kunst werden gewiß
Hervorruf des
ferner getreten sind, vertreten wurde, müssen wir auf eine kanntwerden m
en Actschlüssen
die Hoffnung
viele freilich eigentliche Kritik verzichten. Indem wir den Erfolg feststellen,
tragenden selbst
nann als Er= wollen wir ferner bemerken, daß von den Dilettanten vor Allem
on Hrn. Ober= Hr. Alban v. Hahn, der geistige Leiter des Ganzen, als Stier¬
Kunf
Abend 7 Uhr
hring, wurde wald in Hartlebens Stück sich hervorthat, so daß die Leistung auf
Dr. Graul über
iergiy in den Vorstudien hinwies, die nicht blos laienhaft gewesen sein können.
Die Besprechung
lebhaft wieder. Den todbringenden beleidigten Ehemann in dem ersten Stück
der Beginn de
n letzten Act, der Matinée, Messer Braccio, spielte Hr. Joh. Stange, die Amme
zahlreicher Licht!
zweiflung ver= Frau Dora Kuntzschmann. Ganz von Berufsschauspielern ward
+ Dresde
von rührender „Literatur“ gespielt, die, wie gesagt, einen Sturm von Beifall
dreiactigem Lusti
einem muthi= entfesselte, in den sich Frl. Julie Serda vom Hoftheater in
im Residenzthea
usammenschluß Dresden und die bekannten Herren Frido Grelle und Carl Huth
Groß und Ado
Scharff des theilen konnten, in deren Mund sich das dünkelhafte und talent¬
eine sehr beifäll
bemüthsmensch, lose literarische Flegelthum über sich selbst lustig machte.
von ziemlich ve.
Ordnung rief. Blumenspenden und Beifall gab es genug und außer den Mit¬
der älteren Rief
chten Ton für wirkenden sei noch besonders dem spiritus rector, Hrn. Albau
v. Hahn, für seine Mühewaltung, die nicht ohne Erfolg blieb,
sichtige Intrigue
iling) und der
R.
Interessenten bei
Dank gesagt.
erren Körner
24. Febr. Dritter Liederabend von standrukt aus ##
Leipzig,
Großkaufmann
Dr. Ludwia Wüllner Sieaher.
Frl. Weigel.
M