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16.3. Die letzten
Bar
ie
21. 0Kr.
Schnitzler=, Wildgaus=, Hofmanntsthal=Abend des
Raimund=Theate2.
* Allerheiligen und Allerseelen wird das Rai¬
mund=Theater mit einer Ehrung der österreichi¬
schen Dichter Hofmannsthal, Schnitzler und Wild¬
gans feiern. Es gelangen an diesen beiden Aben¬
den die Einakter „Der Tor und der Tod“
von Hugo v. Hofmannsthal, „Die letzten
Masken“ von Arthur Schnitzler (beide unter
der Regie von Stephan Hock) sowie „In Ewig¬
keit Amen“ von Anton Wildgans (Regie Josef
Glücksmann) zur Aufführung.
box 22/2
Das Eei
Z6 GR1, 1534
Burgtheater fördert
Raimundtheater
Das Raimundtheater plant, wie be¬
reits gemeldet, am 1. November eine
Totengedenkfeier dreier großer
österreichischer Dichter: Hofmannsthal,
Schnitzler und Wildgans. Jeder der drei
Dichter wird mit einem repräsentativen
Einakter vertreten sein.
Diese Gedenkfeier ist nur durch das
Entgegenkommen des Burgtheaters
und insbesondere Direktor Röbbe¬
lings ermöglicht worden. Zwei der
Einakter nämlich, „Die letzten Mas¬
ken“ von Schnitler und „In Ewig¬
en Mildgans, befinden
leit
sich im Besitz des Burgtheaters, das
das alleinige Aufführungsrecht für
Wien hat. Direktor Röbbeling hat
jedoch in Anbetracht des würdigen
Zweckes das Aufführungsrecht dem
Raimundtheater für die Gedenkfeier
überlassen.
Die Aufführung verspricht aber auch
vom spauspielerischen Gesichtspunkt inter¬
essant zu werden. So tritt Direktor Paul
Barnay zum erstenmal nach
etwa eineinhalb Jahrzehnten
in Wien als Schauspieler auf;
er gibt den Untersuchungsrichter in „In
Ewigkeit, Amen“. Barnay begann seiner¬
zeit in Wien als Schauspieler an der
„Volksbühne“ unter Rundt. Er ging
dann nach Deutschland, wo er nicht nur
als Schauspieler, sondern vor allem auch
als Regisseur und Theaterdirektor
zu großer Bedeutung kam.
In den „Letzten Masken“ wird Egon
Friedell nach langer Zeit wieder auf
der Bühne auftreten, er spielt den Doktor
Halmschlöger, seine Partnerin ist Irene
Seidner. Die Dworzak in dem Wild¬
gans=Einakter spielt Lotte Lang. Im
Hofmannsthalschen „Der Tor und der
Tod“ wird Walter Firner, der den
Wienern als Leiter und Schauspieler der
Oesterreichischen Volksbühne bekannt ist,
die Rolle des Todes darstellen.
Das Raimundtheater will mit dieser
Gedenkfeier, die — von einer Miedes¬
holung abgesehen — durchaus als ein¬
malige Veranstaltung
werten ist, die drei größten österreichischen
Dichter einer knapp vergangenen Epoche
ehren und sie wieder einem breiteren
Publikum würdig in Erinnerung bringen.