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Besellschaftskreise,
Musterexemplar jener
äußerlicher Anständigkeit Bewundernswerthes leisten,
innerlich aber aufs Tiefste angefault sind, deren „bürger¬
liche Moral“ im Sinne höheren Menschenthums nackte
Unmoral ist. Frau Auguste findet es entsetzlich, daß
ihre Tochter das Wort „Geliebte“ auszusprechen wagt,
sie hält jedes Mittel für recht, ihren Jungen vor einer
ernsthaften Neigung zu bewahren, sobald diese Neigung
auf das „Nichtstandesgemäße“ verfällt. Aber liebe¬
voll gestattet sie, daß der Sohn sich
diese
leichtsinnigen Abenteuern austobt und auf
Das
Weise für eine Geldheirath reif wird.
vor
Stück, eine sehr bittere Satire, wurde bereits
einiger Zeit von der Neuen Freien Volksbühne auf¬
eführt, ich habe es damals eingehender besprochen und
auch die Mängel der Arbeit hervorgehoben. Die
Scherze sind öfters mehr pikant und um der Theater¬
irkung willen herangeholt, als in den Charakteren be¬
gründet; die einzelnen Szenen nur sehr lose verknüpft.
iese Mängel werden aber durch die sichere Zeichnung
r Hauptgestalten und die Lebenswahrheit der ent¬
cheidenden Vorgänge durchaus wettgemacht. Trotzdem
hat das Stück erst jetzt in der Vorführung des
essing = Theaters einen Erfolg errungen,
ihm ein längeres Bühnenleben verspricht. Nicht
och den meisten Darstellern gelang es,
aber
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s Wirksamste zur Geltung zu bringen.
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kluge Herrscherin des Hauses,
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Ein junger Lebemani
hypnotisirt sein Liebchen,
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im aus ihren Schlafreden über ihre Treue Klarheit zu
winnen. Schließlich wagt er es aber doch nicht,
die entscheidende Frage an sie zu richten. Der Scherz
schlug beim Publikum nicht ein und verhallte ohne
Wirerhall. Schnitzlers ewige „Verhältniß“=Schilde¬
rungen fangen schon an die Zuschauer zu langweilen.
Auch war die „Pointe“ gegenüber dem endlosen Rede¬
fluß zu schwach, und die Darsteller, mit Ausnahme
Jarnos, redeten nur, ohne zu gestalten, ohne die
Rollen mit etwas Eigenart aufzuputzen.
Heinrich Hart.
Telefon 12801.
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Wien, IX/1 Türkenstrasse 17.
Filiale in Budapest: „Figyelö“, VIII. Josefsring 31a. —
hussehnitt aus Geiched Cemenacn
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vom 267
Lessingtheater. „Die Erziehung zur Ehe“ Komödie in
drei Akten von O. E Hartleben, wurde vom Publikum mit
vielem Verständniß und daher auch mit gebührendem Beifall auf¬
genommen. Die gute Beobachtung des Lebens und dessen durch¬
aus nicht zimperliche Schilderung geben dem Werk einen nach¬
haltigen moralischen Werth. Es ist eine Sittenstudie, welche
trotz ihrer Herbheit nicht verletzend, sondern wirklich erzieherisch
für die bürgerliche Gesellschaft und deren oft uneingestandene, als
selbstverständlich hingenommenen Mangel an Moral wirken muß.
Willy Grünwald gab in der Rolle des Hermann wieder eine
überzeugende Probe seines vollberechtigten Talents. Neben Elise
Sauer als seine eigentliche Partnerin Meta traten die Damen
Sydow als Zimmervermietherin Buschmann und Jona als Frau
Günther hervor. Letztere hatte die Rolle schnell übernehmen müssen
und fand sich um so überraschender darin zurecht, als sie vorher
noch niemals eine solche Mutterrolle gespielt hatte. Unter dem
Beifall des Publikums erschien neben den Mitgliedern auch
wiederholt der Verfasser. Dem darauf folgenden Einakter „Die
Frage an das Schicksal“ von A. Schnitzler wurde nicht eine
gleich gute Aufnahme zu Theil. Vielleicht lag dies aber mehr
am Publikum, als an dem Werk selbst, für das Hr. Jarno als
Anatol im Grunde genommen doch sehr warm eintrat. —
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## Geenmeister“ Lustspiel in 4 Auf¬
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