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an das Schicksal
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4.1. ble rrage an aus Sehdensaf
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Ob sich aber die zur Beseitigung dieses Privilegiums er= die Fabrik g
nun um Wiederaufnahme in den Verband. Kollege Berthold tritt
forderliche Majorität im Stadtverordnetenkollegium finden wird, G. hatte aber
dem Ansuchen scharf entgegen, weil der betreffende, D., nicht aus
Unwissenheit zum Streikbrecher wurde. Kollege Jacob führt an, ist freilich eine andere Frage. Juristen des Kollegiums undW. zweier hie
Die Inscenierung des Maeterlinckschen Dramas war ein Lesern der Volks
Kleine Chronik.
Meisterstück der Regie. Und wie schwer war es zugleich die daß sie, blostum
Leipzig, 28. Januar.
malerische Steifheit des Bildes festzuhalten und die Steigerung der trauriges Colpo
Todesangst energisch herauszuarbeiten! Hier, wo der kleinste Fehl= ein Rudolf v.
Die achte Matinee der Litterarischen Gesellschaft war recht
idcaler Vertret
griff die ganze Aufführung der Lächerlichkeit preisgegeben hätte,
lehrreich. PLehrreich in doppeltem Sinne. Sie führte uns zum
Wort aus die
bewies sich Herr Dr. Heine wieder als feiner Nachempfinder des
erstenmal den sogenannten Symbolismus auf der Bühne vor und
Ich habe die R
Dichters. Wenn der Beifall trotzdem ausblieb, so lag die Schuld
sie zeigte sodann, wie man heutzutage ein soziales Drama dichten
wesenden Sozia
nicht an ihm, auch nicht an den Schauspielern, die alle von Fräu¬
muß, wenn man so bald als möglich den Kronenorden IV. Klasse
der Bühne hera
lein Riechers bis auf Herrn Darmer, wie Orgelpfeifen abgestimmt
erjagen will. Ich schwärme gewiß nicht für Maurice Macter¬
ergehen liißen.
waren, sondern lediglich am Publikum, das mit vollem Rechte
linck und seine greisenhafte Freude, das ganze Leben in lauter
an und für
nicht begriff, daß es nur, um das Gruseln zu lernen, ins Theater
Stimmung verdampfen zu lassen. Aber verglichen mit Franz
gekommen sei.
Bühne Lügen st
Adam Beyerleins dramattschen Pamphlet, ist der ungebetene
hören, sein St
Nach dem nerventötenden Gestotter des ungebetenen Gastes
Gast denn doch ein Meisterwerk. Diese Familie, die nachts leise
gesendet hat, wu
und angstvoll flüsternd um den Tisch herum sitzt, während unsicht¬
erfrischte der harmlose Humor Arthur Schnitzlers doppelt und
und Es lebe d
dreifach. Die Frage an das Schicksal ist ein niedlicher Scherz
bar der Tod ins Haus schleicht, die kuarrende Gartenthüre und der
großen Lorbeerk
ohne tiefere Bedeutung. Aber man lacht, und das genügt. Nur
knisternde Kiesweg, die verschwollene Glasthür, die sich plötzlich
Kritik über das
nicht mehr schließen läßt, die schlagende Turmuhr und die tappsende
hätte Herr Piori, der den Max ganz naturwüchsig spielte, einen
nicht vor seiner
anderen Partner haben sollen als Herrn Darmer, der eher einem
Magd, der Mondschein im Garten und die verlöschende Lampe im
Cirkusdirektor glich als einem Anatole. Wenn man ihn sah, so
Zimmer — wie sein ist das alles abgestimmt, um dem Hörer das
eh. Die Be
konnte man es Frl. Werner (Cora), die recht natürlich schlief und
Gruseln beizubringen — wohlverstanden nicht mit dem Gespenster¬
Aus der Schwi
erwachte, gar nicht verdenken, wenn sich ihn, mit Max zu reden,
hokuspokus der Romantik, sondern mit lauter alltäglichen Zufällig¬
heit hat ein o
sogar in der Hypnose anlog.
keiten des wirklichen Lebens, die erst durch die Deutung, die die
bracht. Er wo
Aber mit Maeterlinck und Schnitzler war der ereignisreiche
redenden Personen ihnen geben, einen mystisch=symbolischen Sinn
ba er offenbar
erhalten. Und dann die ergreifende Ironie, daß der blinde Gro߬
Morgen nicht zu Ende. Die Litterarische Gesellschaft wollte zeigen,
Postulat des R
vater der einzig Sehende in der Familie ist: er sieht und hört
daß sie unter ihren eigenen Mitgliedern auch Dichter zähle, und
Dissertation: D
gleichsam den Tod ans Bett seiner Tochter heranschleichen, während
so wurde denn das Publikum eingeladen, zum Schluß noch das
ist eingereicht;
die, die ihn täuschen wollen, rade jetzt sich selber täuschen. Ich
Siegesfest von Franz Adam Beyerlein anzuschauen. Das
des gefährlichen
Siegesfest — Zeit: 2. September 1895 — auf dem Theaterzettel
wiederhole, daß ich dem Symbolismus, dieser mark= und knochen¬
scheiden. Aber
eine Reihe von Arbeitern; ein Zeitungsverleger und ein Abgeord¬
losen Stimmungsfexerei in der Dichtung, damit nicht etwa das
nicht, und die
neter — man konnte sich so ungefähr denken, daß uns die Be¬
Wort reden will. Aver interessant ist es doch, das Fieberdelirium
Fakultäten mög
kehrung eines Sozialdemokrater am Sedanstage vorgeführt werden
der sterbenden kapitalistischen Gesellschaft zu belauschen. Das
etwa 40 Bände
sollte. Ich war also so ziemlich vorbereitet, alle möglichen Liebens¬
brechende Auge sieht ganz wundersame neue Farbentöne und im
Citate festzustel
würdigkeiten gegen sozialdemokratische Führer zu hören. Allein
rauschenden Ohre brechen sich die seltsamsten Accorde. Die Stimmung
drängt auf Zu
was ich da auf der Bühne sah, überstieg denn doch alle meine
gleichsam von der Handlung loslösen und auf die Bühne stellen zu
sucht, die den
Begriffe. In der Zeit der Hammerstein und Friedmann weiß Herr
wollen — erinnert dieser verrückte Gedanke nicht an jene drei
komisch zu neh
Beyerlein nichts Gescheiteres zu thun, als die sozialdemokratischen
Hegelianer in Immermanns Münchhausen, die das Drama ohne
bißchen zu varit
Führer als Lumpen, Wucherer, Halsabschneider und Messerhelden
Handlung erfinden? Und der ganze symbolistische Zauberöpparat,
an den Pranger zu stellen. Und nachdem er sich eine halbe Stunde
durch den diese Stimmung erzeugt werden soll, was ist er anders
ausgeschimpft hat, läßt er hinter der Scene Heil dir im Sieger¬
als eine realistische Wiedergeburt des lyrischen Klingklangs der
kranz spielen und seinen bekehrten Arbeiter mit einem Messerstich
deutschen Romantik, wie sie z. B. in Tiecks Kaiser Oktavianus die
im Leibe Es lebe der König! rufen. Ich gestehe, ich habe mich
ganze Welt in Töne auflösen wollte. Nur klingt die Melodie der
Symbolisten müder und düsterer; denn der Tod ist näher gekommen. für die Litterarische Gesellschaft, deren Bestrebungen ich bis jetzt den! Das öse #
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