Faksimile

Text

box 35/11
18. Die kleine Kono
edie
haue un uue
tskonselenz hervorgehöden!
französischen Kammer.
s gesamte Problem
Paris, 1. Dezember. (T. R.) Auf Wunsch des Minister¬
rollt werden.
präsidenten Herriot wurde gestern die Schulden¬
debatte in der Kammer vertagt.
ont wird, legt man
Wert auf die Fest¬
Ahnungslosigkeit, blinder Parteiwut in die Angelegenheiten
keinen Unterschied finden.
der Kunst. Die moralisierende Heuchelei, die sich zu Urteils¬
rweiterungsepisode wurden
sprüchen erkühnte, schnitt mit grellem Mißton in sein freies
Stilvorbilder gebraucht. In
eorg Ebers, Julius Wolf,
Menschentum, in seinen ehrfürchtigen, geirissenhaften Künstler¬
Zeit hörte ich jetzt noch in
sinn, wie etwa sein musikalisches Gefühl unter Tellerkratzen
gelitten hätte.
as, wo sich schöngeistige
vor den höchsten Gipfeln
In vielen Novellen, die dieser nachgelassene Band jetzt
n. Das beweist die Dauer¬
bringt, sterben die Hauptpersonen oder es sterben Menschen,
himmerten Flachheiten, die
die durch ihren Hingang das Leben der Hauptpersonen vom
k des Films Unterstützung
Grund auf verwandeln. In fast allen Novellen, ganz wenige
seines Zeitalters, galt für
ausgenommen, ist vom Tod die Rede. Zum Schicksal
der im Schmutz wühlt,
Schnitzlers gehört es, daß er immer wieder Dinge,
kurzer Novellen, für einen
Handlungen, Vorfälle, Katastrophen ersinnt und darstellt,
olstoi, Dostojewski wurden
die ihm später auf irgendeine abgewandelte Weise selbst zu¬
men wirkten wie Bomben¬
stoßen. Als habe seine ahnende Seele diese Konflikte voraus¬
t man die Literaturrevolu¬
geahnt, als sei, wie unter einem geheimnisvollen Zwang, be¬
rt zu den jungen Dichtern,
ständig um dieses trauerbeschattete Gefilde kreisend ge¬
ausgesetzt waren, gehört
schwebt. Auch wiederholt sich im Lauf seiner Jugend die
sich mit den Gegnern ganz
Schmerzlichkeit, daß Menschen, die ihm sehr nahe standen,
bheftige Debatten, manch¬
seine besten Erfolge nicht erleben. Wie sein Vater stirbt, kurz
stets Maß hielt, stets die
bevor „Liehelei“ aufgeführt wird und den Dichter zur An¬
obschon seine Antworten
erkennung emporsteigen läßt, verliert Arthur Schnitzler ein
Inhalt nach, vernichtend
geliebtes Mädchen, ein paar Tage, ehe er mit dem Grillrarzer¬
oder sonst in öffentlichen
Preis ausgezeichnet wird. Sie war ein prachtvolles Geschöpf,
kein einziges Mal. Hestig
ganz einfach, strahlend in Blondheit, in schlichter Anmut und
Künstler, die er verehrte,
in stillem, frohem, zärtlichem Verstehen. Der reichen, über¬
gegen Angriffe, die ihm
mütigen Gesellschaft, in deren Salons der jugendliche
ar Arthur Schnitzler aller¬
Schnitzler verhöhnt und venröhnt wurde, war sie fremd, war
zes Leben hindurch. Aber
das Kind einer gutbürgerlichen, bescheidenen Familie. Binnen
keineswegs banaler Eitel¬
zweier Tage riß tückische Krankheit dieses Mädchen, das ein
tlich seltsam, wie gar nicht
Bild blühender, scheinbar unzerstörbaren Gesundheit war,
gekränkten persönlichen
ins Grab. Am Tag nach ihrer Bestattung erhielt Schnitzler
Zucken beteiligt war. Ihn
die Nachricht, man habe ihm den Grillparzer=Preis zu¬
igen Unverstandes, dreister gesprochen, und brach bei den ersten Worten in lautes, fassungs¬
G
loses Schluchzen aus. In der legendenhaften Erzählung „Um Schnitzlers p
in ihm eine
eine Stunde“ schwingt ein Echo dieses tragischen Ereignisses.
Ernst, Witz
Einige Jahre mußten vergehen, bis dieser Schlag halbwegs
seiner herbsü
überwunden werden konnte, lange Jahre brauchte es, bis
Wechsel von
Schnitzler in einem neuen Bund Beschwichtigung zu finden
aus Dur in
vermochte.
nicht entziehe
Erinnert man sich des Humors, den Schnitzler so reich¬
je vergessen
lich und so erfrischend besessen hat, denkt man seiner fast
sprudelte un
kindlich naiven Sinnenfreude, seines gelegentlichen Ueber¬
Wie oft, wie
mutes, der freilich nur selten, dann aber hinreißend auf¬
mit einer sd
schäumen konnte, besinnt man sich der ungeheueren Einfalls¬
Lustspiel ein
ülle humorig, blitzender Sentenzen und Situationen, die
aus und ber
ihm zuströmte, dann glaubt man, er war zur Heiterkeit ge¬
wird ermord
schaffen. Liest man in dem jetzt vorliegenden Band die Titel¬
losigkeit die
novelle oder „Er wartet auf den vazierenden Gott“ oder
Linken, eine
„Welch eine Melodie“ oder die ins Groteske spielende Ge¬
„Was soll
schichte „Wohltaten, still und rein gegeben“ oder gar
alle ein schre
„Exzentrik“, festigt sich die Meinung, hier sei ein Dichter
wie unentri
gewesen mit der Gabe begnadigt, alles Schwere, alles Trüb¬
stärker war
selige in die Höhensonne des Lächelns zu erheben. Eines von
bare, innerli
Schnitzlers Meisterwerken, das jetzt zu Paris den stürmischen
Beglüchung
Frohsinn aller Verstehenden erregt, die Szenenfolge „Reigen“,
lebt mit alle
zeugt für ein Lustspieltalent vom Format des Aristophanes.
in dem Buch
Doch die Hand der Vorsehung, die das Werden Schnitzlers
ermöglicht a
gelenkt hat, bestimmte es anders. Sein Blick war auf Elend,
näher zu ko
Krankheit und Tod gerichtet durch das ärztliche Studium,
schlüsse zu
das tief in seinem Herzen Mitfühlen wachrief, das seine
leuchtender
Fröhlichkeit oft und oft dämpfte. Sein Hinwandeln zwischen
die Leser ge
dieses erst
hellstem Glanz und traurigsten Nachtseiten des Daseins gab
der Schwermut Anlaß über Anlaß, der Neigung zur Melan¬
und ernste
ist seine ho
cholie, die in der Seele jedes Dichters schlummert, auch des
Dichters, dessen Natur von Humor gesegnet ist. Dann haben dieses Nacht
AE