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2. Cuttings box 37/1
h ganz grüßt ihn ein Höllengelächter.
ie ein
langt
Deutsche Dichtung in Japan.
hanget,
Von
auff ein
Dr. Erwin Stranik.
juß an.
%
der mit
Genau hundert Jahre waren seit der Uraufführung des
2
undheit, Beethovenschen Meisterwerkes, seiner Neunten Symphonie, ver¬
n Gang fflossen, als sich für ihn, die Musik und das Deutschium, dem
aul und der gewaltige Schöpser angehörte, eine Ehrung vollzog, die nicht
den Hut überwältigender, nicht eindrucksvoller den Sieg alles wahrhaft ###
den Zu¬Großen und Ewigen hätte beweisen können: die kaiserliche Musik¬
rag alsgkademie zu Tokio brachte nach vielwöchiger, sorgfältigster
n 2 Uhr Vorbereitung die Neunte Symphonie heraus, mit solchem Erfolge
und derartigem Beifall des Publikums, daß die Konzerte drei
Tage lang wiederholt werden mußten. Aus ganz Japan“
em „Ab-waren Musikliebhaber und Kenner herbeigeeilt, um diesem
ien und Feste beizuwohnen, durch Wochen sprach man davon,
durch Monate wurden schon vor dem glänzenden Konzert
Sollten Vorträge an allen Universitäten, die wundervolle Musik be¬
a, dann treffend, abgehalten; nicht nur, daß einige kaiserliche Prinzen,
denn sie Würdenträger und sonstige Hoschargen den Aufführungen bei¬
lanzenden wohnten, die Kaiserin selber beorderte für sich eine Extra¬
icierenden aufführung und ließ den gewaltigen Hymnus wahrer Genialität
inen; die tiefergriffen über sich ergehen. Ein Fest vollzog sich, dem kein
uren ver¬
früheres vergleichbar.
7—la,
Freilich: die Aufführung der Neunten Symphonie bildete
nicht die erste Bekanntschaft mit deutscher Musik. Schon im
Jahre 1917 war diesen späteren Ereignissen durch ein nicht minder
bedeutendes Wagnis vorgearbeitet worden: damals kam Mendels¬
sohns „Walpurgisnacht“ in der Musikakademie zu glanzvoller
Orchestrierung und Goethes Worte, in deutscher Heimatsülle,
erklaugen vor dem ganzen gebildeten Japan. Man bedenke: 1917,
fern und
da eigentlich dieses Land noch mit Deutschland im Krieg stand,
auf jene
wirkte doch der deutsche Geist bereits wieder so mächtig ein, daß
ächerlich“
er wahre Orgien der Begeisterung, allerdings in die Lautlosigkeit
geschieht.
hienen zu japanischer Sphäte übertragen, hervorzurufen vermochte. Das
Saatkorn, vom Leiter der Musikakademie auf fruchtbaren Boden
Gewöhn“ verpflanzt, trug herrliche Blüten, das Interesse an deutscher
flößt, zum
Kunst, sei es Musik oder Dichtung, erlahmte nicht mehr, ver¬
Menschheit
stärkte sich sogar und stellte bald wieder einen der schwerwiegendsten
on ihnen
Kultursaktoren im Lande der aufgehenden Sonne dar, trotz der
ch hundert
englischen und französischen Konkurrenz, die in Paul Clandel
Lachen ist einen so tüchtigen Anwalt fand.
Nun aber erhob sich für Deutschland einer, dessen über¬
es das
ragenden Wert kein Genius fremder Nationen zu verschatten ver¬
mag: Goethe. Einzelne Hauptwerke kursierten schon seit längerer
befreundet
erzweiseln, Zeit in japanischen Uebersetzungen, so natürlich der „Faust“, der
Sicherheits= auch schon im Tokioter Imperialtheater vor einigen Jahren in
t, daß ihr gekürzter Bühnenfassung zur Aufführung gelangt war. Mehrsache
je erscheint. Uebersetzungen wurden auch von den anderen Goetheschen Haupt¬
der Lacher werken bekannt, ein großer Verlag kündete vor kurzem sogar eine
och von den dreizehnbändige Gesamtausgabe an, allerdings nicht eine solche,
cherlich zu die allen wissenschaftlichen, sondern eher den gebildeten Laien¬
noch so begriffen entsprechen dürfte. Goethes wahren Triumph in Japan
eln seiner zu schaffen nahm sich einzig Professor Damagiihi vor, der
reisgegeben Ordinarius für deutsche Sprache und Literatur an der Waseda¬
ist eine Universität, gewiß kein leichtes Unterfangen, wenn man be¬
3.
erständigung denkt, daß die absolute Westlichkeit Goethes, unseres
solchen Ge. „Olympiers“, in starkem Gegensatz zu wahrhaft japanischem
Empfindungs= und Denkleben steht. Dennoch wird und muß
durch die
Goethes Universalität den Japanern nahegebracht werden: seine Be¬
strebungen, deutschen Geist und deutsches Wesen zu ergründen,
bezeichnet
können vor diesem Heros nicht haltmachen. Die Uebersetzung der
lächerlichen
bedeutendsten Werke Goethes wird von den einzelnen Deutsch¬
sagen, ein
lehrern der japanischen Hochschulen durchgeführt. Yamagishi, dessen
also nicht
seinerzeiiges Werk über „Das deutsche Drama der Gegenwart“
ondern auch
bereits berechtigtes Interesse hervorrief and der selber fleißig,
gründlich und mit aufrichtiger Hingabe als Uebersetzer und Minler
bezeichnend.
zu walten versteht, wird seine Fähigkeit ganz in den Dienst der
mit den
a
großen Sache stellen und vor allem die wissenschaftliche Einleitung,
bei un¬
die Darstellung des Lebens und der Werke des Weimarer Meisters
ch
zu jung übernehmen Geplant sind folgende Werke in die achtzehnbändige
einen ver¬
Ausgabe einzureihen, deren buchhändlerische Ausgabe der Verlag
messche
bei