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der Pose, dieser burschikos-übermüthige
Weiber- und Federheld schon alles bis dato
geleistet: Ein Verdienst wird man ihm nicht
rauben: er hat den jungen Kollegen den
Rücken gestärkt, ihnen einen Sammel- und
Mittelpunkt gegeben und die Ueberzeugung
beigebracht, dass Jung-Wien nicht den An¬
schluss an Jung-Berlin braucht, um etwas
Gutes aus sich zu machen. Fraglos ist er
ein wenig Poseur, etwas „Fatzke, wie die
an der Spree sagen würden, und ich glaube,
die Wiener wissen das am besten; aber
trotzdem nehmen sie ihn ernst, denn s##
wissen, er ist ein geborener Führer, ein
Mann des Aufsehens und Erfolges, ein
Pionier, der den anderen die Wege ebnet,
der goldene Brücken schlägt und Ruhmes¬
tempelchen baut, er ist der Mann, der das
Wienerthum unter die Leute gebracht hat und
bringt — wer weiss, wie sehr noch. Freilich,
er stcht nicht allein, und die um ihn über¬
ragen ihn des Oefteren sogar an Dichtergrösse
und natürlicher Begabung. Da ist zum
Beispiel J. J. David, der eine Art Uebergang
von (den Aelteren zu den Modernen bildet,
der köstlich-sensitive Peter Altenberg, der
mehr den Duft der Dinge als die Dinge
wiedergiebt, da ist Hugo von Hofmannsthal,
der wundervolle Verseschmied, da ist vor
allem Arthur Schnitzler. Gar so lange ist
es noch nicht her, dass man in Wien
lächelte, wenn man von dem Doktor medi¬
cinae Arthur Schnitzler sprach, der ein Sohn
seines Vaters sei, und, wie es heisst, auch
Verse mache; man spöttelte wohl, dass er
unter den Dichtern ein guter Arzt und
unter den Aerzten ein guter Dichter sei. Das
wurde mit einem Schlage anders, als Schnitzlers
Drama „Liebelei“ erschien, die Tragödie des
aussichtslosen Liebesverhältnisses, eine echt
Wiener Dichtung, die aber überall gefiel und
überall aufgeführt wurde. Vorher war
„Anatole“ erschienen, eine Serie von Vorhang¬
lüftern, dramatischen Situationen und Dialogen,
durchweg etwas dekadent, aber prächtig in
ihrer Naturwahrheit und von einem be¬
strickenden Stimmungsreiz. Das’ Neue in alle¬
dem war die Entdeckung der Vorstadtstube
mit dem „süssen Mädel“ — das ist eine
Wiener Bezeichnung, auf die Sache aber ver¬
stand man sich in der ganzen, wenigstens in
der halben Welt. Gleich würde man die Nase
rümpfen über Arthur Schnitzler, wenn er nicht
mehr gekonnt hätte. Aber er konnte mehr.
Er schrieb den „Grünen Kakadu“, eine
meisterhafte Darstellung der Revolution im
kleinsten Duodezformat, und seitdem glauben
auch die anderen, die Nicht-Wiener, dass
Schnitzler der Welt noch viel zu sagen hat;
nennt man die besten Namen, wird auch der
seine genannt.
Das sind ein paar Ausschnitte aus der
jüngsten Wiener Litteraturgeschichte, über die
uns gestern in der Litterarischen Gesellschaft
Herr Marcell Salzer ein kleines, ungemein
anregendes Kolleg las. Es war keine Ka¬
eine
thederweisheit, keine Dogmenlehre, nur
Plauderei, die aber um so förderlicher
war,
je einfacher und spontaner sie sich gab. Und
der liebenswürdigen theoretischen Unter¬
weisung folgte sogleich ein Praktikum, und
dieses war sogar bei weitem die Hauptsache.
Denn Herr Salzer recitirte seine Landsleute
mit einem Schwunge, einer Natürlichkeit und
Liebe, wie es eben nur ein Landsmann ver¬
mag, Wir standen ganz unter dem Zauber
dieser Dichtungen und glaubten, Wiener Luft
zu athmen. Gedichte von David, Hugo von
Hofmannsthal und Anton Lindner leiteten die
beiden Theile ein. Peter Altenberg war durch
ein paar Skizzen seines prächtigen Büchleins
„Wie ich es sehe“ Hermann Bahr durch
eine Humoreske „Die schöne Frau vertreten,
die Herr Salzer von A bis Z auswendig, oder
ich möchte hier lieber den vielsagenderen
französischen Ausdruck gebrauchen, par
coeur vortrug. Und doch wurde die brillante
Wirkung dieser allerliebsten Carricatur noch
bei weitem übertroffen durch die dramatische
Plauderei „Weihnachtseinkäufe aus Arthur
Schnitzler’s „Anatol“, in der sich Geist und
Gemüth zu einer vollkommenen Harmonie
vereinen. „Anatol“ ist den Königsbergern
übrigens nicht ganz unbekannt; schon vor
Jahren las uns Emanuel Reicher ein paar
Stücke daraus vor und hatte damit den¬
selben Beifall, wie gestern Marcell Salzer.
Den passenden Schluss machte ein von
eneenemn
Uebrigen ihrer aber durchaus würdig zu
sein scheint.
Alles in Allem war „Jung-Wien“ einer
der unterhaltendsten und anregendsten Abende
der Litterarischen Gesellschaft — Dank der
reichen und schönen Spenden dieser Pocten
und der vortrefflichen Charakterisirungskunst
Ihres Interpreten.
Landauer Anzeiger (25. 1. 00). Herr
Marcell Salzer ist ein höchst gewandter Re¬
citator, dessen echt österreichische Gemüth¬
lichkeit dem Vortrage von vornherein eine
gewisse Wärme giebt. Seine Ausdrucks¬
fähigkeit ist erstaunlich. Wie köstlich ge¬
lang ihm z. B., um nur eins zu erwähnen,
das Liliencron'sche Gedicht mit seinem. Halli
und Halloh! Die Zuhörer lachten und
klatschten Beifall ohne Unterlass.
Landauer Zeitung (2. II. 99). Der auf
gestern anberaumte Vortrag des Gewerbe¬
vereins im Theatersaal war sehr gut be¬
sucht, so dass schon lange vor Beginn der
Saal dicht besetzt war. Man hat offenbar
grosse Erwartungen auf Herrn Marcell Salzer
gesetzt, und dieselben rechtfertigen sich denn
auch in der glänzendsten Weise. Im 2. Act
der „Weber“ wird uns in tief ergreifender
Weise die bittere Noth und Armuth einer
Weberfamilie geschildert. In meisterhafter
Weise brachte Herr Saizer diesen Act zum
Vortrag. Unübertrefflich zeigt sich der Re¬
citator besonders darin, dass er es versteht,
ebenso das schwache Hüsteln eines alter¬
gebeugten Greises nachzuahmen, wie den
wilden, gellenden Verzweiflungsschrei eines
lebensmüden Weibes. Doch wenden wir uns
lieber den erheiternden Humoresken zu, mit
denen uns Herr Salzer reichlich bedacht hat.
Besonders gefiel hier die unübertreffliche
Darstellung der „schönen Frau“, die von
dem unter den Launen der Gemahlin arg
leidenden Gemahl in so vorzüglicher Weise
ironisirt wird. Diese Proben mögen genügen,
um unsern Lesern zu zeigen, dass wir gestern
Abend einen Kunstgenuss erster Güte hatten.
Es ist daher nicht zu verwundern, wenn sich
am Schlusse jeder einzelnen Leistung wahre
Beifallsstürme entfesselten, die am Schlusse
des ganzen Vortrages eine förmliche
Ovation darstellten.
Landshuter Zeitung (10. 12. 98). Man
versprach sich von dem Wiener Marcell
Salzer einen besonders amüsanten Abend.
Und man fand sich auch nicht getäuscht.
Herr Salzer verstand es, durch seine Vor¬
tragskunst seine Zuhörer bald „bis zu
Thränen zu rühren, bald zu unbändiger
Heiterkeit mitzureissen.
Kurier von Niederbayern (Landshut,
10. 12. 98). Herr Marcell Salzer, eine sym¬
pathische Erscheinung, gewann durch die
lebenswarme Natürlichkeit seiner Vortrags¬
weise seine Hörer im Flug.
Leipzig (Vorlesung vom 20. 11. 96 in
der
„Litterarischen Gesellschaft").
Magazin für Litteratur (Berlin, 28. 11. 96).
Marcell Salzer versteht, im Gegensatz
zu seinen Collegen, das, was er liest. Er
gab in seiner Einleitung ein kurzes Feuilleton
über die jungen Wiener Autoren, in dem
leichten, preciösen Stile, den er von seinen
Freunden gelernt hat. Dann las er die
Dichtungen. Er las mit Temperament, mit
feinen und feinsten Modulationen seiner
schmiegsamen Stimme, in sorgsam durch¬
empfundenem Verständniss für die zarten,
zerbrechlichen Stimmungen, die er uns
suggerirte.
Leipziger Tageblatt (24. 11. 96.) —
Herr Marcell Salzer verstand es vortrefflich,
die verschiedenen Werke zu charakterisiren
und das zahlreich erschienene Publikum haf
durch Jung-Wien noch Jung-Berlin und Jung.
Leipzig kennen gelernt.
Leipziger Neueste Nachrichten (23. 11.
1896).
Die Zuhörerschaft konnte mit
gebührender Sympathie dem ebenso selbst¬
losen als eigene Kritikfähigkeit zeigenden
Recitator beistimmen.
Leipziger Volkszeitung (21. 11. 96).—
Das war echt österreichische, weanerische
Küche, die uns der Wiener Recitator Marcell
Salzer geschmackvoll servirte. Was uns
Herr Salzer bot, war des Lobes würdig.
Die Redenden Künste (Leipzig, 28.11.96).
Salzer ist das Dichterwerk für sich die Haupt¬
sache, hinter das er sich keusch zurückzieht,
er will nichts, als dem Dichter mit fühlendem
selbst wirklich begeistern kann. Und der
Hlörer seinerseits wird stets die Echtheit dieser
Begeisterung fühlen, und was vom Herzen
kommt, wird auch bei ihm den Weg zum
Herzen nicht verfehlen.
Die Gesellschaft (Leipzig. Juni 96).
Marcell Salzer wusste seiner Kunst die Weihe
des Augenblicks zu geben. Er las mit
flehender, hillloser Stimme, mit visionären
Augen. Aber er wusste auch um das wahr¬
haft erschütternde Lebenssegment einen so
intensiven Flor süssdustender Stimmung zu
spinnen und mit dem Tone des Frühlings,
des Furchtbaren und der Versöhnung so
suggestive Gefühlsschauer zu erzwingen, dass
sich das Lauschen fast wie zu einer An¬
dachtsstunde gestaltete.
Leipziger Neueste Nachrichten (11. 12.
1898). Auf Veranlassung des Landes¬
verbandes der „Gesellschaft für Ver¬
breitung von Volksbildung trug der
in Deutschland wie in Oesterreich rühmlichst
Fekannte Recitator Herr Marcell Salzer aus
Wien Dichtungen reichsdeutscher und öster¬
reichischer Poeten vor. Hatte er mit ersteren
schon stürmischen Beifall gefunden, so ge¬
wannen seine Vorträge aus den öster¬
reichischen Dialectdichtungen vollends die
Herzen der Zuhörer. Meisterhaft beherrschte
er sowohl die Stimme, wie intimes Geberden¬
und Mienenspiel, so dass man die handelnden
Personen vor sich zu haben meinte.
Lemberg. „Militär-Wissenschaft¬
licher und Casino-Verein in Lem¬
berg (2. 2. 97). Euer Wohlgeboren! Es
gereicht mir zum Vergnügen, zu constatiren,
dass Ihre am 28. Jänner 1897 im hiesigen
Militär-Wissenschaftlichen und Casino-Vereir
abgehaltene Recitation ungetheilten Beifall
fand. — Das reichhaltige Programm war mit
Rücksicht auf das aus den Mitgliedern des
Casinos, deren Familien und geladenen
Gästen bestehende sehr zahlreiche Auditorium
sehr geschickt und mit feinem Geschmack
zusammengestellt. Ich wünsche Ihnen für die
Zukunft gleiches Gelingen.
Mit dem Ausdrucke meiner Werth¬
schätzung
Der Vereins-Präses
Plentzner
K. u. k. Feldmarschall-Lieutenant.
Ueber die Lemberger Vorlesungen
Marcell Salzer's vom 4. u. 5. Januar 1898
schreibt Herr Universitäts - Professor
Dr. Karl Maria Werner im Märzheft der
„Gesellschaft“ (Berlin 1898): Salzer’s
Vorzüge sind ein ganz schlichter Vortrag,
ein künstlerisches Abtönen und Masshalten,
ein leichtes, fein pointirtes Sprechen, ein ge¬
wisser prickelnder und picanter Reiz im
Detail, vollständige Gewalt über seine
Stimme, Beherrschung des Hochdeutschen
wie der Dialecte, und nicht zum Wenigsten
litterarisches Gefühl und geschmackvolles
Verständniss bei der Auswahl der Vortrags¬
stücke. Wir Deutschen in Lemberg, die wir
kein Theater besitzen, danken Salzer doppelt
für den Genuss.
Przeglad (Lemberg, 8.2. 98). Wiedenski
deklamator Marceli Salzer odczytal onegdaj
slynny dramat Halbego „Mlodosé“
przeciwienstwie do Strakoscha jest Salzer
reprezentantem nowej szkoly deklamatorskiej,
czyta naturalnie, bez przesady, a podkresla
subtelne intencye pocty, kladzie nacisk na
psychologie osöb i sytuacyi, i stara sie w.
publicznosci wywolac nie bezposrednie
wrazenie za jakakolwiek cene, lecz zaintereso¬
wanie sie samem dzielem i zrozumienie go,
co potem posrednio wywoluje wrazenie
trwalsze i glebsze. P. Salzer jest jeszcze z
innego wzgledu osobistoscia bardzo interesu¬
jaca, gra on bowiem w nowozytnej literaturze
niemieckiej role propagatora, odczytujac po
miastach niemieckich utwory poetôw najno¬
wszej szkoly i wywalczajac dla nich przez
swöj talent recytatorski i ognisty temperament
przebojem uznanie, on to pierwszy np.
zapoznal wiedenska publicznoséz „Mlodoscia“
Halbego. Na odczyt sobotni zebralo sie
osöb bardzo niewiele, a te ktöre przyszly,
goraco oklaskiwaly wybornego recytatora.
Liegnitzer Tageblatt (9. 12. 99). Vor¬
tragsabend von Marcell Salzer. Vor
den Mitgliedern des „Technischen Ver¬
eins, welche den Saal bis zum letzten
Platz füllten, hielt gestern der Recitator