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2. Cuttings
Geltung zu bringen wusste, hat den Gästen
r noch recht oft das
einen ausserordentlich genussreichen Abend
lzer in Mannheim zu
verschafft.
Bayerische Verkehrsblätter (München,
rnal (25. 2. 98). Herr
1000. No 1. Dem B.-V. München war es
nem gestrigen Meister¬
gelungen, den auf einer Tournée durch Deutsch¬
len besten Recitatoren,
land und die Schweiz befindlichen Recitator
aben, und wir können
Marcell Salzer aus Wien zu einem Recitations¬
sdruck geben, dass es
abend im B. V.-B.-V. zu gewinnen und war
ge, diesen geistig ganz
zu letzterem für Samstag, den 16. December
bald wieder in Mann
vorigen Jahres, Einladung in den Saal des
Bayerischen Hofes ergangen. Herrn Marcell
Zeitung (13. 2. 1000).
Salzer, dem ein bedeutender, und wie wir
bend des Herrn Marcell
gesehen, wohlberechtigter Ruf in seiner Kunst
hiesigen Litterarisch¬
voranging, gelang es, sich im Fluge die vollen
bot einen Kunstgenuss
Sympathieen seiner Hörer zu gewinnen. Er
bhl. Herrn Salzer der
verfügt über ein kräftiges, ungemein modu¬
konnte man füglich
lationsfähiges Organ, das ihm in der plastischen
wartungen doch noch
Ausgestaltung seines Vortrags willig folgte;
Das gemüthvolle Ge¬
hierzu die ausgesprochene Meisterschaft in
hete, kraftvoll und im
der Kunst intimsten Individualisirens und fein¬
zum Ausdruck ge¬
empfundener Nuancirung, so haben wir das
ausgiebigen Stimm¬
Facit, das bei allen Anwesenden zu einer
ich die allgemeinste
Stimme des Lobes und der Anerkennung für
ichen Zuhörer. Herr
den Künstler führte. Das Programm war
hVertreter der Mo¬
sorgfältigst ausgewählt, es bot uns Perlen
der Auswahl seiner
deutscher Dichtung, in deren Geist wir ein¬
fes Verständniss für
geführt wurden, so dass uns kraft der Kunst
ieren deutschen Litte¬
verständnissvollster Interpretation von des
omäne scheinen unter
Dichters „Willen und Wollen“ wirkliche
igen, zum Theil mar¬
Seelengemälde und Stimmungsbilder erstanden,
herrn von Liliencron's
welche reichsten Genuss gewährten. Man
rreichbarer, Geist und
wäre versucht, der einen oder anderen Dar¬
Estaltung wiedergiebt.
bietung hieraus besondere Worte des Lobes
kern die Wiedergabe
zu spenden; unter dem Eindrucke des Voll¬
ich’s „Orakel“ Wie
genusses aber, den uns alle ohne Ausnahme
rr Salzer den Seelen¬
bereiteten, möchte es wenig angebracht sein,
charakterisiren. So
der persönlichen Auffassung des Bericht¬
Fagsmeister, der neben
erstatters irgend welche Concession zu machen.
t den Widerstreit der
Zu einem aber fühlt sich derselbe angeregt,
die innersten Tiefen
was ihm zugleich als angenehmste Pflicht er¬
J.
Weitere Kunst¬
scheint: zum Ausdruck vollster Anerkennung
reizende Humoreske
für den Vortragenden und des herzlichsten
Bahr, „Das Gewitter“,
Dankes für die uns von ihm bereiteten genuss¬
Lilieneron und „Das
reichen Stunden. Dank auch dem Bezirks¬
des Wiener Lebens¬
Verbande, der uns diesen Recitationsabend
rgenstern. Köstlich
verschaffte.
Charakteristik eines
Neumünster'sche Zeitung (21. 2. 99).
s, der einst bessere
Die Gelegenheit, in dem Wiener Marcell
den Gram im Fusel
Salzer einen der vorzüglichsten Recitatoren
he Wanderung durch
der Gegenwart kennen zu lernen, war von
jenem ernsten Humor
einer grossen Zahl unserer Kunstfreunde be¬
die Thräne blinkt.
nutzt worden. Sein tiefes Eindringen in den
durch seine Kunst
Geist der von ihm gelesenen Werke, sowie
Naturtreue und so
sein klangvolles, modulationsfähiges Organ
dern, dass alles ge¬
ermöglichen eine geradezu künstlerische
hing, um bei Schluss
Wiedergabe. Lautlose Stille herrschte im
erst nach einiger
Saal. Manches thränenfeuchte Auge bewies
des eben Gehörten
mehr, als der lauteste Beifall das vermocht,
eugungen den Dank
wie tief ergriffen die Hörer waren.
nHerrn Salzer wohl
Pfälzischer Kurier (Neustadt a. H.,
im nächsten Jahre
5. 3. 98). Herr Marcell Salzer ist auf dem
al, da derselbe seine
Gebiete der Recitation geradezu ein Genie.
Schobenen deutschen
Neviges - Hardenberger Volks - Zeitung
vohl nicht das letzte
(23. 1. 1900). Am Sonntag fand im „Patrio¬
tischen Verein“ der Recitations-Vortrag des
Zeitung (30.10.07).
Herrn Marcell Salzer aus Wien statt. Wir
ht zu charakterisiren
haben in Herrn Salzer einen Recitator kennen
Pnart seiner Autoren
gelernt, der an die Bewältigung seiner Auf¬
um zeigte sich für
gabe mit grossem Verständniss herantritt
und nicht durch verschiedene Mätzchen,
chrichten (23.12.090)
sondern durch packende Unmittelbarkeit seine
stler in des Wortes
Hörer hinreisst. Den Höhepunkt des Abends
nniges Verständniss
bildete der Vortrag eines Wiener Sittenbildes
przügliches Charak¬
„Das Pferd“ von Morgenstern, das in seiner
timme und Geberde,
wunderbaren Mischung von Ernst und Humor
eise, unterstützt von
an Fritz Reuter gemahnt.
äftigen Organ — das
Nürnberg: Fränkischer Kurier (15.12.
Nntur diesen
99). Der Bezirksverband Nürnberg des
und die ihm seine
Bayerischen Verkehrs - Beamtenvereins hat
In der rührenden
gestern im Hotel Adler seinen Mitgliedern
e „Orakel“ gab der
einen sehr genussreichen Recitationsabend
ben tiefempfundener
geboten, wofür Herr Marcell Salzer aus
verstand es, den
Wien als Recitator gewonnen war. Herr
wahrhaftiges Leben
Salzer trat gestern zum ersten Mal hier auf
der von ergreifender
und führte sich mit gutem Erfolge ein, indem
P. effektvolle Wieder¬
seinen Vorträgen der lebhafteste Beifall ge¬
encron's „Gewitter“
spendet wurde. Der Vortragende, der fast
t“ bewiesen ferner
frei aus dem Gedächtniss sprach, verfügt
ahre Beifallsstürme
über ein angenehmes und sehr modulations¬
darbot, war ebenso von reichem Gemüth be- Imuss der Vortragende eine Kraft besitzen,
seelt, wie von reinem, unverfälschtem und
die von innen emporquillt und ins Herz der
köstlichem Humor durchweht. Es ist gewiss
Hörer dringt, und um die einzelnen Figuren
die Meinung Aller ausgedrückt, die gestern
plastisch zu gestalten, muss man es in der
so zahlreich anwesend waren, wenn wir den
Technik des Sprechens zu hoher Vollendung
Dank und die Anerkennung für den genuss¬
gebracht haben. Herr Salzer besitzt Alles,
reichen Abend ausklingen lassen in ein herz¬
was ihn zur Lösung seiner Aufgabe befähigt.
liches: „Auf Wiedersehen!“
Mit einfachen Mittein weiss er die Figuren
Pirmasenser Zeitung (19. 12. 99). Re¬
streng auseinander zu halten, weiss jeder
citation „Jugend“ von Max Halbe
einen charakteristischen Ton zu geben, so
durch Marcell Salzer. Mit der Vor¬
dass sie vor uns aufleben, und von innerei
führung von Halbe’s „Jugend“ hat sich die
Wärme beseelt, findet das gesprochene Wort
Leitung des „Kaufmännischen Vereins“ un¬
den Weg zum Herzen. Salzer ist ein¬
streitig ein Verdienst erworben. Das Stück
moderner Vorleser in des Wortes bester
hat sich seit seinem Entstehen — unserer
Bedeutung, es ist etwas Lebendiges, was
Auffassung nach sehr mit Unrecht — der
er uns durch einfache, schlichte Kunst ver¬
mittelt.
sorgsamen Aufmerksamkeit der Polizei zu er¬
freuen; eine Aufführung an der Mannheimer
Reichenbacher Nachrichten und An¬
Bühne noch vor wenigen Wochen brachte
zeiger (20. 11. 99). Ueber „zeitgenössische
bekanntlich in hohem Masse die Mucker und
deutsche Dichtkunst“, im Speciellen über
Frömmler in Harnisch — und weshalb? weil
„Jung-Wiener“ Humoristen, hielt am gestrigen
Halbe uns in einer Person des Dramas ein
Abend im grossen Saale des „Kaiserhof“
Exemplar eines Priesters, den Fanatiker, vor¬
hierselbst der rühmlichst bekannte Recitator
führt, der leider in neuerer Zeit keine seltene
Marcell Salzer aus Wien vor den Angehörigen
Erscheinung geworden ist. Vom hierar¬
und Gästen des hiesigen Handelswissen¬
chischen Standpunkte sind die gegen die
schaftlichen Vereins „Merkur“ und des Ge¬
bühnenmässige Darstellung eines solchen
werbevereins einen Vortragsabend ab, der
Charakters geltend gemachten Bedenken ja
den Hörern einige interessante Stunden be¬
leicht begreiflich. Von einer Wiederholung
reitete. Herr Salzer verstand es, seinem
der Fabel des Stückes glauben wir Abstand
Publikum durch seine Redekunst, die sich in
nehmen zu dürfen; dieselbe hat bereits in
gleicher Weise durch Lebendigkeit der Dar¬
der Presse mehr als hinreichend Würdigung
stellungskraft, wie klare und scharf nuancirte
gefunden. Die Wiedergabe durch Herrn
Sprache auszeichnete, die von ihm inter¬
Salzer muss, um einen abgedroschenen Aus¬
pretirten Litteraturwerke, gewissermassen zu
druck zu gebrauchen, als mustergiltig be¬
einer plastischen Handlung geformt, vor die
zeichnet werden. In seiner Darstellung traten
Seele zu stellen. So bot der Herr Vortragende
die sechs Hauptpersonen lebenswahr und
einige kleine Genrebilder von Detlev v. Lilien¬
lebenswarm vor das geistige Auge. So kam
cron, bunte, wechselvolle Kost, die durch
es, dass die allerdings nicht zahlreich er¬
theilweis allerliebste Darbietung sehr an¬
schienene Zuhörerschaft mit Spann# der
sprachen. Den Schluss des ersten Theiles
Handlung folgte und dass sie am Schlusse
machte Hermann Bahr’s Wiener Humoreske
ihrem Gefühl durch wärmsten Applaus Aus¬
„Die schöne Frau“ eine überaus gelungene
druck verlieh. Die Recitation eines Dramas
humorvolle Ehestandsklage voll köstlicher
ist ein schlechtes Surrogat für die bühnen¬
Drolerie, die Herr Salzer ungemein wirkungs¬
mässige Darstellung; wird sie uns aber in
voll zur Darstellung brachte. Seine Haupt¬
solch künstlerischer Verarbeitung des Stoffes
stärke liegt eben in den Wiener resp.
und mit solch eminentem technischen Können,
steierischen Dialectstücken, die ihm ganz
wie gestern Abend durch Herrn Salzer, ge¬
wunderbar gelangen. Herr Salzer erntete für
boten, so kann man sich auch mit dem
seine reizende Unterhaltung dankbarsten Bei¬
Surrogat zufrieden geben.
fall, der auch an dieser Stelle dem Arrangeur
Posener Zeitung (17. 2. 1900). Im
des gestrigen Abends, dem Verein „Merkur“,
Verein junger Kaufleute wurde am
ausgesprochen sei.
Freitag von Herrn Marcell Salzer aus Wien
Reichenberger Zeitung (12. 2. 98). Die
ein Recitationsabend gegeben. Herr Salzer,
Stärke des Salzer’schen Vortrags liegt ent¬
der uns noch durch seine im selben Verein
sprechend seiner ganzen Richtung in der In¬
zu Gehör gegebenen Recitationen in guter
timität der Tongebung und Rhythmik. Er¬
Erinnerung steht, ist von angenehmster per¬
braucht nicht weit auszuholen und ängstlich
sönlicher Erscheinung und verfügt über ein
vorzubereiten, um zu charakterisiren; eine
wohllautendes, eine umfangreiche Tonskala
fast unmerkliche Hebung und Senkung des
der menschlichen Stimme umfassendes Organ.
Tones, ein stärkerer Accent, eine Augenblicks¬
Was aber seine Darbietungen zu ganz her¬
pause, ein Darüberhuschen oder eine Dehnung.
vorragend künstlerischen macht, und wo¬
ein leises Vibriren der Stimme, ein klein auf¬
durch sich Herr Salzer sehr wesentlich von
gesetztes Licht oder ein Halbschatten auf
der Mehrzahl der jetzt bekannten Recitatoren
einem Worte, einer Silbe

und der ge¬
vortheilhaft unterscheidet, ist einerseits die
wünschte Effect ist da, der eigenartige Zug
Vermeidung aller ablenkenden theatralischen
tritt plastisch in Erscheinung. Die scheinbar
Posirungen, andererseits sein natürlicher
lose hingeworfene, dabei fein und prickelnd
Ausdruck des natürlich Empfundenen. Dem¬
pointirte Plauderei hat ja in Wien ihre Hei¬
gemäss ist die in pathetischer Sprache ver¬
math, deshalb trugen die originellen Cha¬
fasste Dichtung nicht der Gegenstand seiner
rakter- und Stimmungsbilder: Hermann
Darstellung, sondern mehr die ernste und
Bahr’s geistvolle Humoreske: „Die schöne
heitere Dichtung des „common lise“. Da
Frau“ und Chr. G. Morgenstern’s Wiener
aber leistet er Bedeutendes; und er weiss —
Sittenbild „Das Pferd“ mit ihrer der Wirk¬
so mit der kleinen Kindergeschichte von
lichkeit abgelauschten Genremalerei, sowie
Ernst von Wildenbruch — ebenso ernste, die
die volksthümlichen Gaben österreichischen
Herzen ergreifende, wie — so in den humo¬
Dialecthumors den stürmischsten Beifall davon.
ristischen Geschichten von Peter Rosegger
Herr Salzer entliess das Publikum in bester
Laune.
mit den Wiener „Strassenscenen“ — äusserst
heitere Stimmungen wiederzugeben und zu er¬
Remscheider Zeitung (7. 11. 00). Im
wecken. Die Zuhörer, die trotz des wenig ein¬
Bürgerverein trug am Sonntag Herr
ladenden Wetters zahlreich erschienen waren,
Marcell Salzer das dramatische Werk Gerhart
danikten dem Vortragenden für den künst¬
Hauptmann's „Die Weber“ vor, eine Leistung,
lerischen Genuss mit reichem Beifall.
die einen tüchtigen Recitator voraussetzt,
wenn sie befriedigen soll. Herr Salzer wusste
Przemysl (18. 3. 98). Militär-Wissen¬
das Stück so zum Vortrag zu bringen, dass
schaftlicher und Casino-Verein: — —
es seine Wirkung auf die Hörer nicht ver¬
haben mit Ihrem am 7. Februar 1898 in
fehlte. Das Nachtbild socialer Zustände, das
unserem Vereine gehaltenen Vortrage sich die
Hauptmann in den düstersten Farben malt,
volle und ungetheilte Zufriedenheit aller Zu¬
ist ja an sich schon geeignet, das Gemüth
hörer erworben.
mächtig zu ergreife
ortcal