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Pferd“ schildert, ist eine Figur, wie sie
Hörer in den Bann ungetheiltester Aufmerk¬
„Jung-Wien.“
lebenswahrer und ergreifender kaum gedacht
samkeit zwingt. Dabei ist seine weiche und
Vortrag, gehalten im Schiller-Vereine
werden kann. Die Wiedergabe dieses Typus
schöne Stimme nicht etwa übermässig kräftig.
am 5. März 1900 vom Recitator Marceil
eines Unglücklichen gelang Herrn Salzer ganz
aber die Gestaltungskraft ist eine so ausser¬
Salzer aus Wien.
vorzüglich. Wenn Herr Marcell Salzer in
ordentliche, dass er die feinste Nuance für
Triester Zeitung C. 3. 1000). Für die
Greifswald einen grossen Erfolg errang, so
das Verständniss plastisch heraus krystallisirt.
Deutschen Triests, denen es naturgemäss
hat er das gewiss einmal dem reichhaltigen
Herr Salzer hat hier einen ausserordentlichen
schwer fällt, den litterarischen Bewegungen
Erfolg errungen,
und geschmackvollen Programm, dann aber
unseres Volkes zu folgen, ist es um So
zum andern seiner feinsinnigen Auffassung
Teplitz-Schönauer Anzeiger (O. 4. 08).
werthvoller, von berufener Seite über das
und lebendigen mit sich fortreissenden Vor¬
Herr Salzer verfügt einerseits über
berichtet zu werden, was in einem litte¬
tragsweise zu danken, die durch ein schön
eine vollendete Technik im Vortrage, die von
rarischen Brennpunkte unter der jüngeren
klingendes und ausserordentlich anpassungs¬
einem sehr sympathischen Organ unterstützt
Dichtergeneration vorgeht und nach Ausdruck
fähiges Organ unterstützt wird.
wird und hat andererseits durch die geist¬
ringt. Einen solchen Bericht gab in ausser¬
volle Art seines Vortrags, wie durch die
Strassburg i. E.: Elsässer Journal und
ordentlich gelungener und fesselnder Weise
interessante Einführung in denselben, den
Niederrheinischer Kurier (Journal d'Alsace
der rühmlichst bekannte Retitator Marcell
Beweis erbracht, dass wir es mit einem
et Ceurrier du Bas-Rhin). (Strassburg i. E.,
Salzer in einem Vortrage, den er gestern
Manne von hoher Intelligenz zu thun haben,
(22. 12. 96). Marcell Salzer trat gestern
Abend für die Mitglieder des Schiller¬
der in der Auffassung der dichterischen Pro¬
Abend vor einem kunstsinnigen Publikum auf.
Vereins hielt.
ducte, der von ihm warm verehrten Junig¬
U. a. Hohen Herrschaften hatte sich auch
Was man unter „Jung-Wien“ versteht,
Wiener einen scharfen Blick und in der
Se. Durchlaucht der kaiserliche Statthalter
ist eine Gruppe von Dichtern, die in der
Wiedergabe der verschiedenen Stimmungen
Furst Hohenlohe-Langenburg und Ge¬
letzten Zeit auf dem Boden der Kaiserstadt
ein ausserordentliches Talent verräth.
mahlin eingefunden, den begabten jungen
erwachsen ist und deren Mittelpunkt der
„Freiheit“ (Teplitz, 15.2. 98). Recitation
Sprecher zu hören. Der erste Theil der Vor¬
vielseitige Hermann Bahr, der „prablematische
Hauptmann’s „Die Weber“. —
Haupt¬
lesung bestand aus„Oesterreichisch-deutschen“
Dichter“, wie er sich selbst einmal genannt
mann's Werke werden nie ihren nachhaltigen
Dichtungen, der zweite Theil aus „Reichs¬
hat, bildet. In den Werken Aller spiegelt sich
Eindruck verfehlen, sie sprechen für sich selbst.
deutschen“ Werken.
die Herkunft von der sinnlich heiteren,
Doch zum wirklichen Verständniss, zur lebens¬
Herr Salzer versteht zu lesen!
lebenslustigen Kaiserstadt wieder, wenn auch
wahren Darstellung ist uns Hauptmann’s
In jedem Moment weiss er Ton und
bei einzelnen die Lebenslust von einer starken
Meisterwerk erst durch die Recitation Marcell
Ausdruck zutreffend zu zeichnen. Die Wärme
Dosis von Melancholie durchsetzt ist.
Salzer’s gebracht worden. Mit lebhaftem
seiner Begeisterung, die Feinheit seines
Charakteristisch ist für alle die Vertiefung
Temperament vereinigt Salzer eine ungeheure
Fühlens überträgt er auf den Zuhörer, dazu
in die Ereignisse des täglichen Lebens, die
Feinheit des Empfindens. Jede Person, jede
ein kräftiges modulationsfähiges Organ, ge¬
auch den unscheinbarsten Vorgängen einen
Figur wird dem Zuhörer bis ins kleinste
wandte Formen, das sind in der Hauptsache
poetischen Zauber abzugewinnen weiss, die
Detail ausgemalt vorgeführt. Plastisch wunder¬
die Vorzüge, die den jungen Künstler aus¬
treffliche Kleinmalerei, die echt wienerische
bar dargestellt sahen wir die gesellschaftlich
zeichnen.
Sprache mit ihrem lebensvollen Ausdrucke
enterbten Gestalten eine nach der anderen
Von ganz hervorragendem Talente zeugte
und der oft wirksamen dialectischen Färbung;
an unserem Geiste vorüberziehen. Aus jeder
auch die vorgetragene Scene Gerhart Haupt¬
das Gemisch von eleganter und salopper
Figur scheint uns ein Hauch entgegen zu
mann's: „Die versunkene Glocke“ Fein
Form, der Humor, der unter Thränen lächelt.
wehen; an jeder Person scheint uns ein Puls¬
nuancirt — bis ins kleinste Detail ausgeführt
Wenn die einzelnen Vortragsstücke das
schlag wahrnehmbar, als Wahrzeichen des
wurde eine Novellette von Sudermann:
allgemeine Interesse des Publikums erregten,
Lebens, der Leibhaftigkeit.
„La donna é mobile“. Zum Schlusse brachte
dürfen wir nicht verschweigen, dass ein nicht
Teplitzer Zeitung (20. 12. 08). (Vor¬
Marcell Salzer drei Dichtungen von Alberta
unbedeutender Theil des Verdienstes auch
lesung der „Jugend“ von Max Halbe.)
v. Puttkamer: „Nero weint“, „Zigeunerglück“
dem trefflichen Recitator zufällt. Marcell
Moderne Milieu- und Stimmungsbilder zu ver¬
und „Wie ich sterben möchte“. Ob wohl
Salzer ist ein Meister der Vortragskunst nicht
mitteln, ist eine Aufgabe, deren die Reci¬
die Anwesenheit der geschätzten Dichterin
blos dadurch, dass er alle äusseren Mitte“
tatoren in landläufigem Sinne, wie sie zu
den Interpreten ihrer Muse begeisterte? Hier
derselben beherrscht und sie mit edlem
Dutzenden die deutschen Gauen durchziehen,
besonders zeigte sich Marcell Salzer als
Maasse ohne Aufdringlichkeit und Effect¬
nicht fähig sind. Dazu bedarf es Künstler,
Meister seiner Kunst. Wie lebendig verstand
hascherei anwendet, sondern auch dadurch,
welche nicht blos die todten Worte mit mehr
er es, den blutdürstigen Nero vor unser
dass er die Seele der Dichtungen wiederzu¬
oder weniger Stimmaufwand herunterlesen,
geistiges Auge zu führen, wie wirksam¬
geben versteht, dass er in die innersten
sondern sensibler Naturen mit grosser Kunst¬
rührend die muthige christliche Märtyrerin
Intuitionen derselben eindringt und die eigene
begeisterung, feinem Verständnisse und ge¬
zu zeichnen!
Wärme der Ueberzeugung von der Schönheit
waltiger Phantasie velche die Worte lebendig
Reicher Beifall lohnte den talentvollen
derselben auf die Zuhörer überträgt.
zu gestalten, die zarten Stimmungen beinahe
Künstler am Schlusse der Vorlesung, und
Dass daher sämmtliche Vortragsstücke
sichtbar zu krystallisiren vermögen. Ein
wurde ihm von den anwesenden hohen Herr¬
das lebhafteste Interesse und die gespannteste
solch grosser Künstler, wie es vielleicht nur
schaften auch persönlich für seine Dar¬
Theilnahme erregten, obwohl sich der Vor¬
wenige dieser Art giebt, ist Marcell Salzer.
bietungen die verdiente Anerkennung aus¬
trag über die sonst im Schiller-Vereine üb¬
Abgesehen davon, dass er die einzelnen
gesprochen.
liche Zeit hinausdehnte, dass der Beifall sich
Figuren gut auseinander zu halten weiss
Strassburger Neueste Nachrichten
immer mehr steigerte, braucht nach dem
und durch die Modulation der biegsamen
(22. 12. 96). — — Herr Salzer hat das reich¬
Vorerwähnten eigentlich nicht besonders
Stimme allein schon zu charakterisiren ver¬
lich gehalten, was uns die Urtheile in der
hervorgehoben zu werden.
steht, ist seine Recitation wirkliche Seelen¬
österreichischen und der deutschen Presse
Wenn wir einige der wirksamsten Stücke
malerei. Es ist, wie schon bei früheren An¬
von ihm versprachen. Er ist ein feinsinniger
auswählen wollten, so wären es im ersten
lässen hervorgehoben wurde, seine Phan¬
Recitator, begabt mit einem sehr modulations¬
Theile die „Weihnachtseinkäufe“ aus dem
tasie, welche die Gestalten belebt und die
fähigen, ausgiebigen Organ und einer tadel¬
„Anatol“ A. Schnitzler’s mit der prächtigen
heikelsten, intimsten und zartesten Situationen
losen Sprechart.
Gegenüberstellung der Weltdame und des
mit einem eigenthümlichen Stimmungszauber
Strassburger Tageblatt (23. 12. 96).—
„süssen Mädels“ aus der Vorstadt und der
umgiebt. Was ihn so himmelhoch über viele
Herr Salzer zählt unter den hier auf¬
feinen Pointe am Schlusse; die aus dem
seiner Vorgänger und Kunstgefährten erhebt,
getretenen Recitatoren zu den besten. Sein
Innersten des Kindeslebens geschöpfte Kaffee¬
ist, dass er gerade das Unsagbare und Un¬
Organ ist ausgiebig, der Vortrag lebendig
hausscene Peter Altenburg’s „Ein schweres
wägbare, das Duftige und den poetischen
und mit vielem Geschick dem Motiv an¬
Herz“ und die köstliche Humoreske H. Bahr’s
Hauch, der in und auf der Dichtung lagert.
gepasst.
von der „schönen Frau“, die nicht ohne Be¬
so inniglich festhält und damit seine Zuhörer
Stressburger Post (22. 12. 96).—
wunderung leben kann.
in den Bann schlägt; es ist, als ob ein
Herr Salzer ist ein guter Recitator, da er
Im zweiten Theile gedenken wir vor
Fluidum von ihm ausströmen würde, dem
durch dramatische Lebendigkeit des Vortrags,
Allem des packenden Sittenbildes Chr. Morgen¬
man Sich hlicht entziehen kann. Er recitirt
durch scharfe Contrastirung und durch ge¬
stern's „Das Pferd“ mit seiner Mischung von
aber nicht nur mit dem Verstande, sondern
schicktes Auseinaisierhalten der Personen
Humor und erschütterndem Ernste.
mit den Nerven, die sich in fortwährender
fesselnd zu wirken vermag.
Herr M. Salzer hat sich die ungetheilte
Vibration befinden. Die Begeisterung, von
Teplitzer Zeitung (13. 2. 93). (Vor¬
Anerkennung der Schiller-Vereinsmitglieder
der er selbst beseelt ist, überträgt er auf
lesung „Die Weber“ von Gerhart Haupt¬
erworben und kann bei seinem Wieder¬
den Zuschauer. Kurzum er leistet das Gross¬
mann.) Wir haben in Herrn Salzer einen
artigste und oft das, was bei der Darstellung
erscheinen der herzlichsten Aufnahme sicher
Recitator kennen gelernt, der an die Be¬
sein.
auf der Bühne verborgen bleibt; er theilt die
wältigung seiner Aufgabe mit grossem Ver¬
elektrische Situationsspannung der
Wien: Neue freie Presse (26. 10. 97). (Max
ständniss herantritt und nicht durch ver¬
Scene mit.
Halbe's „Jugend“.) Herr Marcell Salzer weiss.
schiedene Mätzchen, sondern durch packende
Teplitz-Schönauer Anzeiger (18. 12. 99).
von seinem Organ einen virtuosen Gebrauch
Unmittelbarkeit seine Hörer hinreisst. Er hat
Marcell Salzer ist kein Declamator oder Reci¬
zu machen; aber mehr als durch die Stimme
der Recitation neue Wege erschlossen. Wir
tator gewöhnlichen Schlages, der seine Dar¬
wusste er durch meisterhafte geistige Durch¬
haben einen gleich vollendeten Recitator bis
bietungen lediglich auf äusseren Glanz ein¬
dringung des Stoffes seine Zuhörer in die
jetzt noch nicht gehört.
richtet, er spricht nicht nur mit den Lippen,
volle Illusion zu versetzen und hinzureissen.
Teplitzer Zeitung (8. 4. 98). (Vorlesung
sondern auch mit der Seele, und, was bei
Neues Wiener Tagblatt (26. 10. 97).
von „Jung-Wien“ im Teplitzer Stadt¬
Halbe's „Jugend“ ganz besonders viel be¬
Der Vorlese¬
(Die freigegebene „Jugend“.)
Theater.) Herr Marcell Salzer weiss in
deutet, mit dem Herzen; seine Recitation er¬
tisch thut dieselbe Wirkung, wie die welt¬
seinem einzigen Vortrage jedwede Stimmung
freut nicht nur, sondern sie erwärmt auch
bedeutenden Bretter, wenn an ihm ein Mann
festzuhalten und die Farbe dem Zuhörer zu
und vermag zu begeistern; die Gestalten, die
sitzt, wie dieser Marcell Salzer, der ein
suggeriren. Die Modulation seiner Stimme
er sprechend anführt, sprechen nicht nur, sie
Orchester von Stimmungen und Empfindungen
ist das Werkzeug seiner Phantasie, welche
leben und ziehen uns zu sich hinan. Es war
in seinem Vortrag zu entfesseln versteht.
die Dichtung belebt, die geheimsten Stim- ein schöner, voller Erfolg, welchen Herr
Neues Wiener Tagblatt (16. 12. 97).