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Haas und Otto Pick
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„OBSERVER
vember 1933
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WIEN, I., WOLLZEILE 11
TELEPHON R-23-0-43
131
un
Ausschnitt aus:
er Robert Michel/O
Velt im Vort, Vien,
vom:
ich /Die österreichisc
9.11.1933.
Osterreichs
Drei Dichter
HUGO VON HOFMANNSTHAL, ANTON WILDGANS, ARTHUR SCHNITZLER
Ansprache von Felix Braun
manches und nicht bloß das, was sie dem, zold. Indem ich diese Aufeinanderfolge
Vaterlande dem alten Kaiserreich, ver-feststelle, die innerhalb weniger Jahre
dankten. Obwohl jeder einem andern aus Österreichs Dichtern einen langen
Stand angehörte — Hofmannsthal kam Totenzug gemacht hat, kann ich mir nicht
von oben, Schnitzler aus der Mitte, durch verwehren, das Ereignete zu deuten.
Starhen die Dichter dem Vaterlande
die Tiefe Wildgans — verband sie die
nach? Folgten sie dem alten Reich hinab
Zeit, die bei aller Schwäche, ja Müdigkeit
für die Künstler entscheidend war. Hof- in die Vergangenheit? War das der Sinn?
mannsthal und Schnitzler stehen, als vom Bestand nicht Raum mehr für sie? Be¬
durfte man ihrer nicht weiter (denn mit
Fin de siècle bestimmt, näher zusammen;
aber so ferne einander stilistisch das Ausnahme Schnitzlers sind sie alle ja
Jung gestorben)? Wir, die hier. onnam¬
„Salzburgen Große Welttheater“ und der
melt sind, wagen keine Antwort, aber so
Einakter „In Ewigkeit Amen“ scheinen:
das Wort über dem äußeren Burgtor, daß mancher mag in gewissen zu schweren
Augenblicken die jenigen vielleicht glück¬
„Die Gerechtigkeit das Fundament der
Regierungen“ sei, liegt beiden Dramen inlich gepriesen haben, die nicht mehr dem
jenem besonderen Sinn zugrunde, den Druck der Zeit Widerstand leisten müs¬
ein aus vielen Nationen bestehendes, insen. Können wir uns Rilke oder Hof¬
einem humanistischen Geist geleitetes mannsthal heute noch als mitlebend vor¬
Reich für sich in Anspruch nehmen stellen, Mächten unterworfen, die sie nie Kräfte,
anerkannt, an denen sie vorüber gelebt dingt is
durfte. Das Uberwiegen des Dramas in
der österreichischen Poesie hat seine Be-hatten? Bedenke ich, daß für die drei am Lüg
Dichter, die wir heute ehren, ihre Kunst schen, a
deutung in jener überwaltenden Gerech¬
Alles war, so weiß ich nicht, ob es das
tigkeit: wer je einen Dialog geschrieben,
in Mißa
Schicksal nicht eher gut mit ihnen ge¬
wird nie mehr wähnen, es könne das
erst im
meint hat, als es sie zur rechten Frist ist aus
Recht auf einer Seite allein bleiben und
gelten. Dieser Geist ist heute, wir wissen entrückte. Nicht allein dem alten Reich: Dichtun
einer ganzen Welt und Ara sanken ihre würden
HUGO VON HOFMANNSTHAL
es, im Sinken.
Schatten nach. Gewiß erfreuen wir uns schen 8
Wenn in Hofmannsthal das theresiani¬
Es muß nicht erst gesagt werden, wer
noch manches reinen, ja großen Dichters wirklich
sche, in Schnitzler das josephinische, in
Hofmannsthal, Schnitzler und Wildgans
aus ihrer Zeit und auch aus der neuen dann je
Wildgans das francisco-josephinische und
gewesen sind, was sie geschaffen und uns
Jugend; namentlich die Alpenländer ha¬ schauen
zugleich auch das barocke Österreich sich
und der Nachwelt (sofern mit einer uns
ben uns ein wertvolles Talent nach demkommer
abgebildet haben, so sind das verschieden
an
günstigen gerechnet werden darf)
andern gedeihen lassen. Gleichwohl will Zeiten“.
genug scheinende Aspekte: die Idee der
Gütern der Poesie vermacht haben. Der
es scheinen, als ob der Stern, der noch um das Er
Menschlichkeit aber ist, nicht mit dem ge¬
Weg von den Gedichten, den kleinen Dra¬
die Jahrhundertwende hier in Wien den
In einer
men, den unfaßbar herrlichen Aufsätzen redeten Pathos der Nachkriegsjahre,
jungen Dichtern Vers um Vers aus der
wurde
des jungen Hofmannsthal-Loris bis zu dersondern in dem Begriff des von Kant,
Seele gelockt hat, im Verlöschen wäre.
Frage
Goethe und Beethoven bezeugten deut¬
Strenge des „Turms“, der Weisheit des
jetzt no
schen Humanismus überall so tragend,
„Buches der Freunde“ der Liebesszene
schnelle
wie man noch an späten Bauten die antike
mit Romana in dem Roman-Fragment
Sterben
Säule verwendet hat, nicht als Zierat, son¬
„Andreas“: vielleicht ist er nur sehr
Ande
dern als Ausdruck des einzig Würdigen,
wenigen in seinem ganzen kühnen Bogen¬
auch d
wodurch fernste Geschlechter und Epo¬
zug bewußt; und auch der von den leich¬
sein, da
chen in die Gegenwart sich ohne Zwang
ten „Anatol“-Stücken Schnitzlers und der
zigen
fügen.
„Liebelei“ über die „Dämmerseelen“ und
öst
„Wenn endlich Juli würde anstatt!
den „Einsamen Weg“ zu dem geläuterten
März“: so beginnt das Gedicht „Des alten
Alters-Drama „Der Gang zum Weiher“
Manne Schnsucht nach dem Sommer“,