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2. Cuttings
CAIINOS IN ÖSTERREICH
Baden SalzburgSemmering
Roulette — Baccara — Chemin de fer
Österreichische Casino A. C
Wien III, Schwarzenbergplatz 5a
„OBSERVER“
I. österr. behördlich konzessioniertes
Unternehmen für Zeitungs-Ausschnitte
Wien I, Wollzeile 11, Telephon R-23-0-43
Ausschnitt ause.
24. MRZ. 1935
vom:
(„Deutsch=Oesterreichische Literaturgeschichte." Ein
Handbuch zur Geschichte der deutschen Dichtung in Oesterreich¬
Ungarn. Unter Mitwirkung hervorragender Fachgenossen nach dem
Tode von Johann Willibald Nagl und Jakob Zeidler,
herausgegeben von Eduard Castle. Dritter (Schluß=) Band:
1848 bis 1918. 12. Abteilung. Wien, 1935. — Verlagsbuchhand¬
lung Carl Fromme, Gesellschaft m. b. H. Preis S. 14 [Marh 8.40).)
Die vorliegende Lieserung des großangelegten Werkes, das wissen¬
schaftliche und fesselnde Darstellung mit einer sehr geschickten
Gliederung des Stoffes verbindet, hat eine weitere Reihe von dich¬
terischen Persönlichkeiten aus dem Kreise „Jung=Oesterreich
und Jung=Wien“, der die Dichtung an der Jahrhundertwende
umfaßt, zum Vorwurf. Sie beschließt zunächst das Kapitel Arthur
Schnitzler als den hervorragendsten Vertreter der Wiener
#riarenz vo Friedrich Kainz, der auch eine eingehende und
bezeichnende Würdigung der künstlerischen Persönlichkeit Karl
Schönherrs gibt. Daran schließt sich der Abschnitt „Wort
und Geist“, der die österreichische Neuromantik mit ihren
starken mystischen Einschlag zum Gegenstand hat. Er wird durch
eine lebendige Darstellung des Aufenthaltes des „Rembrandt¬
Deutschen" Julius Langbehn sowie Stefan Georges in
Wien und ihrer Beziehungen hier durch den Herausgeber Pro¬
fessor Eduard Castle eingeleitet. Von Dr. Erwin Rieger
stammt eine liebe= und stimmungsvolle Betrachtung Hugo
v. Hofmannsthals und eine ausgezeichnete Charakteristik
Stefan Zweigs, von Professor Dr. Johann Cerny ein vor¬
treffliches Essay über Richard v. Schaukal. In den Mittelpunkt;
der Darstellung tritt durch ihre geistvolle und tiefschürfende Ge¬
staltung die überragende Persönlichkeit Rilkes aus der Feder
Professor Franz Kochs, der es ausgezeichnet verstanden hat,
Leben und Schaffen des sudetendeutschen Dichters zum geschlossenen
Bilde zu formen. Nicht minder glänzend geschildert ist die vornehme
Art und Kunst Franz Karl Ginzkeys in ihrer liebenswürdigen
Besonderheit durch Professor Castle, der auch Anton Wild¬
gans mit warmer Einfühlung in dessen bedeutsames Wirken
darzustellen verstanden hat. Von dem den ganzen Absatz ab¬
schließenden Aufsatz über Karl Kraus (von Dr. Edwin Rollet)
p. k.
liegt erst der Anfang vor.
CASINOS IN OSTERREICH
Baden Salzburg Semmering
Roulette — Baccara — Chemin de fer
Österreichische Casino A. G.
Wien IIl, Schwarzenbergplatz 5a
„OBSERVER“
I. österr. behördlich konzessioniertes
Unternehmen für Zeitungs-Ausschnitte
Wien I, Wollzeile 11, Telephon R-23-0-43
Ausschnitt aus:
BOHIEMIA, PRAG
vom: 24 l0 □035
Deutsch=österreichische Literaturgeschichte.
Dieses Monumentalwerk, dessen dritter Ab¬
schnitt (1848 bis 1918) mit seiner neuesten zwölften
Lieferung, die 178 Seiten umfaßt, nähert sich
seinem Abschluß. Je näher die Literaturgeschichte
an die Gegenwart heranrückt, desto mehr bewahr¬
heitet sie das Wort August Sauers, wonach Be¬
schaftigung mit Gegenwartsliteratur Literatur¬
ies und den herrschenden Kurs in
politik ist.
Oesterreich spürt man in der ausführlichen Behand¬
lung Schnitzlers. Dennoch ist eines wiederum
anzuerkenssen: die Reichhaltigkeit des Materials.
Karl Schönherr kommt begreiflicherweise sehr
gut weg, er ist auch erschöpfend behandelt. Gerecht
ist die Darstellung von Karl Kraus, wovon aber
nur der Anfang vorliegt. Unter dem Titel „Wort
und Geist“ treten Hofmannsthal, Schau¬
kal, Rilke, Ginzkev Zweig und Wild¬
gans auf. Auch der Aufenthalt Langbehns,
des Rembrandt=Deutschen, und Stefan Georges
in Wien werden gewürdigt. Daß der Verlag Carl
Fromme das Lebenswerk von Nagl und Zeidler
durch Eduard Castle zu Ende führen läht, ist:
jedenfalls dankenswert.
& Linder Tagbiat¬
2 5. MA 935
Neue Bücher
S#utsch=Oesterreichische Literaturgeschichte. Un¬
ter Mitwirkung hervorragender Fächgenössen nach
dem Tode von W. Nagl und I. Zeidler herausge¬
geben, von E. Castle. Dritter (Schluß=)Band:
1848—1916. 12. Abteilung, Verlagsbuchhandlung
Carl Fromme. — Die vorliegende Abteilung die¬
ses großangelegten Werkes umfaßt die Darstellung
jener Dichter, die zwischen 1880 und 1890 hervor¬
getreten sind. Dem vielleicht bedeutendsten davon,
Arthur Schnitzler, sowie seinem Antipoden Schön¬
herr, widmet Friedrich Kainz eine eingehende kri¬
tische Betrachtung. Die Vertreter der romantisch¬
symbolischen Richtung werden uns in ausführ¬
licher Schilderung nahegebracht; der Herausgeber
schreibt über Wildgans und Ginzkey, E. Rieger
über Hofmannsthal und Zweig, I. Cerny und Fr.
Koch haben sich als Thema die Analyse des Schaf¬
fens von Schaukal und Rilke gewählt, und Erwin
Rollett zeichnet das Werk und Wesen von Karl
Kraus, wovon das vorliegende Heft freilich erst
den Anfang enthält, der auf die Fortsetzung sehr
gespannt macht. Die allgemein verständliche, leben¬
dige und gründliche Darstellung wird jeden Leser
fesseln und ihm reiche Kenntnisse über den Stoff
sowie Anregungen vermitteln, selber an die Quelle
der betreffenden Dichter zu gehen. Viele Illustra¬
tionen, Bildnisse, Faksimiles und szenische Darstel¬
lungen schmücken und beleben das Buch. So bietet
die Deutsch=Oesterreichische Literaturgeschichte eine
höchst wünschenswerte Spezialdarstellung eines
Gebietes der Literatur, das in anderen ähnlichen
Werken bisher noch nicht mit solch eingehender
Gründlichkeit bearbeitet und dargeboten wor¬
H. W.