II, Theaterstücke 30, Der Gang zum Weiher. Dramatische Dichtung (Der weise Vater, Der Weiher), Seite 80

30. DerGang Zum Neiner
zu wollen.
rze Redoute des Deutschen Medizinerballes
Abschluß des Faschings in sämtlichen Festsälen
und verspricht ihren traditionellen, stimmungs¬
nehmen. Karienausgabe von 10 bis 2 Uhr
Bez., Univer¬
Verein deutscher Mediziner, 1.
B 48-704), und an der Abendkasse. Damen
ßeschwarzem Kostüm oder Ballkleidung mit
m Frack (Smoling). Für den Eintritt ins
besteht nicht mehr Legitimationszwang.
schern der Sezession“ finden hauer zwei
, das erste am 21. d. M. als „Atelierfest“,
8. d. M. als „Ein Abend in der Sommer¬
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Weiher
von Arthur Schnitzler
wär eine arme Welt,
Benn Jugend alles wär'.
wird von Jugend verlockt — Sil¬
Leonilda im Arm des Jünglings, der
erschienen ist wie er selbst, zusammen¬
rerkennen, daß Jugend alles ist — „Du
auf einem Grabstein!“ So klingt die
ösung dieses in eine reiche Dichtung
inen Problems der Jugend und des
nhaft und naiv hat es einst Raimund
bildet es ein später reifer Dichter mit
tesignation.
rasch wird das halbe Kind Leonilda,
men lebt und nachtwandlerisch in den
eiher eintaucht, zu einer sehr bewußten,
und sich selbst sezierenden Frau. Eben
1 Konrad erlebend, urteilt sie auch schon
en Ferne über sie und sich, über den
on vorgestern und über den Geliebten
ist mit einem Ruck gar zu klar um
box 34/2
Dienstag, den 17. Februar 1931

von Lenaus Faust, der noch weiter geht und schlie߬ Hirf
lich auch sich selbst nicht mehr für wirklich nimmt: ½8
Ich bin ein Traum mit Lust und Schuld und Schmerz) I
Und träume mir das Messer in das Herz.
9o
Da ist vor allem die edle Gestalt des Freiherrns.
v. Mayenau. Er ist der Freund des Kaisers und seinstäti¬
Kanzler gewesen, und er soll wieder die Geschicke des
zur
gefährdeten Vaterlandes in die Hand nehmen. Der
persönlichen Schwermut des Alterns und der Erinne¬
rung paart sich die Ahnung vom Untergang eines freun
großen Reiches
vereit
— es wird nicht genannt. Auf der
Messerschneide zwischen Krieg und Frieden steht alles Profe
mith:
in diesen Tagen, Töne klingen auf, die uns vertraut
„Kird
anmuten, aber sie sind in eine hohe Region hinüber¬
A. Be
getragen, die Weisheit eines Dichters schaut die Welt
mit verstehenden Augen. Diese Weisheit bäumt sich schoben
dagegen auf, daß die Menschen einem blinden Fatum rates
ausgeliefert sein sollen, von Fichteschem Geist sind die um 1
Worte beseelt, die der Freiherr spricht, selbst trägt
Die b.
der Mensch die Verantwortung für alles Geschehen
in seinen Händen, er vermag hineinzugreifen zum
Ve
Guten oder zum Bösen.
Man könnte noch viel über diese tiefe und schwer¬
Deu
findet
mütige Dichtung sagen. Doch wir wollen uns be¬ Teutonz
gnügen und zufrieden sein, daß sie fünf Jahre nach Gastha#
ihrem Entstehen auf der Bühne lebendig geworden walter“
ist,
um die in manchen Stunden noch immer ein für der
Schauder von Größe weht. Die Aufführung, von Heine gemach
ordnung
geleitet, ist des Werkes würdig, behutsam und mit
großer Kunst spinnen sie alle am feinen Gespinst der
Worte. In Ebba Johannsen schein; eine Schau¬
Oesten
Eschenb
spielerin bedeutenden Formates heranzureizen, ihr muß von Ar¬
das hohe Lob gegeben werden, daß sie die Leonilda, Präsiden
als wäre ihr kein Vers vorgeschrieben, unmittelbar) des amt
aus dem Augenblick heraus zu schaffen und zu ver¬ letzten
wirklichen weiß. Nicht nur ihre Rede ist ganz von
Vortri
abends
heißem, zitterndem Leben voll, auch, und das will über: „
vielleicht noch mehr sagen, ihr Schweigen und ihr
und Er#
Lauschen, im Spiegel der Blicke wird das Gegenwort
Wienel#
empfangen und seelisch gebrochen, oft mit verhangenen
abe##bs
oder tränenfeuchten Augen. Sie ist das schmale Industri#
Vortrag
Mädchen, das traumwandlerisch zum Weiher gezogen Finanzie
wird, und sie ist auch die Erwachte, die zuckenden entwurf.
Herzens den besiegten Silvester in eine neue Ferne
Selbstlc
weist. Onno gibt ihn brennend von innen her, und Donners#
später scheint sich dieser Brand mit schwarzem Rauch Dr. F.

reich.“
zu umsloren. Es ist die größte Rolle, die er bis heute
Eranoc
im Burgtheater gespielt hat, einmal keine Kleriker¬
27 Uhr
rolle, und er schmiedet sie in einer Glut, deren Funken
professor
auf den Zuschauer übersprühen; gelegentlich wäre etwas
(Mit Lich
größere Deutlichkeit der Aussprache zu wünschen.
Ewald Balser, dem Burgtheater wiedergewonnen,
macht aus dem Freiherrn einen aufrechten, väterlich¬
„Der #
milden Mann, der doch auch hart und befehlend zu
sein vermag, er spricht die Verse mit klarer Aus¬
Schwei
heißen, d
druckskraft. Heine weiß schon durch sein bloßes Dasei.
auch eine
und mehr noch durch seine fahrigen Bewegungen das
maßen ve¬
Gespenstische, Flackernde, zu drei Viertel Irre des reichen j.
Stretärs unheimlich glaubhaft zu machen, Hennings Mäßiggä¬
leiht Konrad die sympathischen warmen und doch auch
stoßen, v#
heftigen widerhakigen Töne brausender Jugend. Die
salon, ste¬
weniger dankbare Rolle der alternden Anselma war
sanst (im
Else Wohlgemuth zugefallen. Ein ganz gelungenes
Zwischenfe
Zusammenspiel, Schnitzler wurde, besonders nach dem
Erfrierun
dritten Aufzug, immer wieder gerufen.
den Salo
des dumn
Emil Lucka.
Messer zu
Dreieck u
Kun
und Rudo
in
e