II, Theaterstücke 9, (Der grüne Kakadu. Drei Einakter, 2), Die Gefährtin. Schauspiel in einem Akt (Der Wittwer), Seite 42


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9.2. Die Gern box 14/7
BERLINER TAGPAT
Deutsches Künftlerih er.

Winakterabend.
H. F. Ein Einakterabend, der nicht von der Faust einer einzigen
dichterischen Persönlichkeit zusammengeschlossen ist, bleibt in jedem!
Falle eine höchst fragwürdige Einrichtung. Man kommt aus der
fatalen Empfindung nicht heraus, Schaunummern vorgesetzt zu
erhalten, die dramatische Bühne nähert sich dem Variété, und auch
bei günstigstem Verlauf, fühlt man sich nur eben interessant unter¬
halten, aber gewiß nicht im Innersten gepackt. Eine Sensation wird
von der anderen totgeschlagen. Und dieser Eindruck der „Pro¬
duktion“ der künstlerischen Zerrissenheit, tritt nur um so stärker
hervor, wenn Ein Virtuose. der Darstellung am Werke ist.
Alberi Bassermann hatte sich gestern „tiesere Bedeutung.
Ironie, Satire und Scherz“ gewählt, um alle Seiten seines eminenten:
Könnens darin zu bespiegeln. Man gab Artur Schnitzlers
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„Gefährtin“, Otto Erich Hartlebens „Sittliche
derung“ und fügte als Dessert an diese literarischen Delikatessen die
von alter Komödiantenherrlichkeit umschwebte Harmlos
Partie Piquet“ der Fournier und Meyer. Was B
mann im ersten Stück zeigt, ist unbestritten erlesenste Kunst im
Schnitzlers. Dieser Mann von fünfundfünfzig Jahren mit der
vergrübelten Stirn des Gelehrten, der am Grabe der Frau
noch einmal hellsichtig auf die ganze Bitterkeit seiner Ehe
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wundernswertes Mosaik, da
Bassermanns künsilerische Gefolgschaft war hier am besten.
Bruno Ziener gab den cholerischen Kaufmann mit einer sehr
frischen, natürlichen und gutmütigen Drolligkeit. Arthur
Schroeder war, im Sinne seiner Aufgabe, ein seidenweicher,
schmachtender Liebhaber, Charlotte Schultz ein sympathisches,
sehr niedliches Bräutchen. Else Bassermann konnte in der
gewiß dankbaren Rolle der Rita Revera bei Hartleben nur beschei¬
densten Ansprüchen genügen. Es fehlte ihr durchaus an Freiheit
des Ausdrucks, an Grazie und Gefühl im rechten Augenblick, sie
setze dafür eine brutale Härte, die den Jugendgeliebten gewiß nicht
## die Knie gezwungen, sondern schleunigst aus dem Hause getrieben
hätte. Auch im Schntzlerstück fehlten die rechten Partner. Willi
Grunwald war jast hilflos, Emilia Unda etwas besser, ohne
doch viel mehr als eine Umgrenzung geben zu können.
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Der Beifall des Publikums war stark.